05.02.2014

Klare Kommunikation gefordert

Die Hochschule Luzern untersucht bekanntlich in einer Langzeitstudie die sozialkulturellen und sozioökonomischen Auswirkungen des neuen Andermatt-Resorts. Neuste Erkenntnisse: Vor allem das Thema Wohnen beschäftigt die Einheimischen. Und: Eine klare Kommunikation zwischen den Einheimischen und den Verantwortlichen des Projektes ist wichtig.   

Ausser Zweifel:  Die Einstellung der Bewohnerinnen und Bewohner Andermatts gegenüber der touristischen Entwicklung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Destination. Diese Erkenntnis der Studie überrascht nicht. Ebenfalls wenig überraschend ist, dass nicht alle Einheimischen beim Projekt dieselbe Meinung haben. Die Forscher stellten eine ganze Palette von Einstellungen fest: Zuversicht, Abwarten, Enttäuschung und Unsicherheit.

Transparenz unabdinglich
Ein Teil der Andermatter sieht gemäss der Studie Chancen und glaubt, Einfluss nehmen zu können. Ein anderer Teil der Bevölkerung fühlt sich überrollt, fürchtet um das «alte Andermatt» und zieht sich zurück. Eine dritte Gruppe ist enttäuscht von bestimmten Entscheidungen und kritisiert einen Mangel an Transparenz. Diese Umgangsweisen kommen allerdings selten in Reinkultur vor, sondern vermischen sich.

Information statt Werbung
Eine Sorge der lokalen Bevölkerung ist die Wohnraumsituation, so die Studie. Die Mietpreise seien zwar nicht massgeblich gestiegen, wohl aber die Preise der Kaufobjekte. Da der Eigentümer-Anteil mit 63 Prozent hoch sei, sei diese Entwicklung für die Bevölkerung spürbar.

Die Studie empfiehlt, dass der Kommunikation die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werde. Die Bevölkerung wünsche sich eine klare Kommunikation und wolle, dass problematische Inhalte direkt vermittelt würden. Erwartet würden von den Projektverantwortlichen Informationsveranstaltungen und keine Werbeveranstaltungen.

Spaltung vermeiden
Die Hochschule Luzern hält fest, dass es wichtig sei, dass es nicht zu einer Spaltung zwischen den Verantwortlichen des Projektes und der Bevölkerung sowie innerhalb der Bevölkerung komme. Deshalb müsse anerkannt werden, dass jede Umgangsweise ihre Berechtigung habe. Es sei wichtig, dass zum Beispiel die, die sich um die Traditionen sorgten, nicht als Ewiggestrige abgestempelt würden.

Hier geht’s zur Studie: best-andermatt.ch

1 Kommentar:

Lukas Neuerbach hat gesagt…

Ich finde diesen Blog total interessant und lese jetzt auch schon eine Weile mit. Interessant finde ich in diesem beitrag, dass die Einstellung der Bewohnerinnen und Bewohner Andermatts gegenüber der touristischen Entwicklung als Erfolgsfaktor für die Entwicklung gesehen wird. Meine persönliche Meinung wäre wahrscheinlich eher Zuversicht als eine Enttäuschung und Unsicherheit. Ich habe selber ein größeres projekt im Auge, das ist allerdings noch absolut in den Anfängen und nicht spruchreif. Nur eins, mein Makler ist super und betreut mich sehr gut. Denn die meinung der Anwohner ist immer auch sehr, sehr wichtig.