28.04.2009
Appetit auf Hochrisikoinvestitonen vergangen
Am Welttourismus-Forum in Luzern hatte Samih Sawiris das letzte Wort. Sein Kommentar zur gegenwärtigen Krise: Erstens überleben mehrheitlich nur diejenigen Unternehmen, die auf einem finanziell soliden Fundament stehen. Und zweitens sei den Investoren der Appetit auf hohes Risiko endgültig vergangen, so unser Aegypter. Plötzlich seien «finanziell relativ langweilige» Investitionen wie die seinige in Andermatt wieder salonfähig. Bis zum Ausbruch der Krise habe er sich von vielen Financiers anhören müssen, dass aufgrund hoher Renditen Investitionen in Dubai und Abu Dhabi en vogue seien, nicht aber solche in der Schweiz.
Voilà: Andermatt ist also definitiv «in». Wenn es heute noch aufhören würde zu schneien (28.4.2009) - und der Golfplatz bereits begrünt wäre, dann gingen wir auf die 18-Loch-Runde. Sehen und gesehen werden auf der angesagtesten Location der Schweiz. Aber eben, wäre, würde, gingen...
27.04.2009
Ausbau Gütsch - quo vadis?
Während die Zukunft des Gemsstock noch ungewiss ist, bestehen bereits konkrete Vorstellungen, wohin sich das Skigebiet rund um den Oberalp entwickeln wird.
Detail im Bericht, der auf zisch.ch erschienen ist...
23.04.2009
Gemsstock quo vadis?
Samih Sawiris sprach jüngst auch die heute veralteten Skisportanlagen im Urserntal an. Zusammen mit dem Bau des Tourismusresorts sollen auch Wintersportanlagen gründlich aufgefrischt werden. Die Rede ist allerdings nur von Nätschen, Gütsch, Oberalp und Sedrun. Diese Gebiete sollen zusammengeschlossen werden. Drei neue Bahnen sind zur Verbindung geplant. Vom Gemsstock kein Wort. Ob die Hardcore-Freerider dereinst mit Fellen auf den Gemsstock hochsteigen müssen?
Spatenstich im Herbst
Trotz Wirtschaftskrise sollen im Herbst die Baumaschinen auffahren, um das Tourismusresort New Andermatt zu bauen, wei verschiedene Medien heute berichten. Samih Sawiris will die Luxushotels und Appartementhäuser in vier Jahren eröffnen.
Geplant sind sechs Hotels mit total 844 Zimmern und Appartements, 42 Häuser mit zusammen 490 Appartements sowie 20 bis 30 Villen. Damit wird das neue Andermatt grösser als "Alt-Andermatt". Dazu kommen natürlich auch die Neugestaltung des Bahnhofs, das Sport- und Freizeitzentrum sowie Kongress- und Konzerträumlichkeiten - und der Golfplatz.
Die Realisierung des Resorts erfolgt etappenweise je nach Marktnachfrage. Sawiris gab sich diesbezüglich trotz Krise optimistisch.
Hotel Chedi macht den Anfang
Das erste Hotel, das gebaut werden soll, heisst – ganz urschnerisch – "Chedi" und soll zum eigentlichen Vorzeigebau des Resorts und zum Bindeglied zwischen altem und neuem Dorfteil werden. Das 5-Sterne-Hotel soll dereinst 50 Zimmer und 122 Residenzen beherrbergen. Entworfen wurde es von Denniston aus Kuala Lumpur, umgesetzt wird es von den Urner Architekten Germann & Achermann. Dabei wird es im Baustil ganz der Umgebung angepasst.
Als Betreiber des Hotels tritt die General Hotel Management aus Singapur auf, wie gestern bekannt wurde. Als englischer Partner ist sie zudem mit 49 Prozent an der Investition beteiligt, wie Sawiris erklärte. Das Risiko für sein Unternehmen Orascom sei somit geringer.
Aus der Presse:
Schweizer Radio DRS
Swissinfo
14.04.2009
Aktionäre: Ordentliche Generalversammlung
Am Montag, 4. Mai 2009, 14.00, findet im Theater Uri, Schützengasse 11, 6460 Altdorf die ordentliche Generalversammlung der Orascom Development Holding AG statt. Nicht verpassen!
03.04.2009
Orascom-Gewinn moralisch vertretbar?
Der Orascom-Gewinn ist top, die Aktie flop. Das gibt einigen Aktionärinnen und Aktionären zu denken. Auf dem Internet-Portal der Luzerner Zeitung, zisch.ch, äusserte sich kürzlich eine Leserin ziemlich erbost:
«Ich glaube, ich spreche im Namen aller Aktionäre, wenn ich die lockere Aussage «Wir bringen immer bessere Resultate, und die Aktie fällt», total deplatziert finde. Orascom erwirtschaftete 2008 einen Reingewinn von 115,6 Millionen Franken, während in der gleichen Zeit die Aktionäre über 80 Prozent ihres Vermögens verloren. Von 2009 spricht Samih Sawiris von einem erneuten Rekordjahr. Ich hätte gerne eine Stellungnahme von Herrn Sawiris, ob er es moralisch vertretbar findet, seine Millionengewinne auf dem Buckel der Kleinsparer respektive seiner Geldgeber und Aktionäre zu machen.»
31.03.2009
Orascom-Geschäft blüht trotz Krise
Die Orascom Development Holding AG weist für 2008 eine Zunahme des Reingewinns um 13 Prozent auf 116 Millionen Franken aus, wie Sawiris kürzlich vor den Medien in Zürich sagte. Der Umsatz stieg gegenüber 2007 um 40 Prozent auf rekordhohe 568 Millionen Franken. Der Immobilienertrag stieg um 53 Prozent auf 220 Millionen Franken, der Hotelumsatz um 14 Prozent auf 188 Millionen Franken.
2009 noch besseres Resultat erwartet
Im Krisenjahr 2009 soll Orascom noch besser abschliessen als 2008. «Wir sind gut auf die Krise vorbereitet», sagte Sawiris gegenüber den Medien. Den Optimismus begründete er unter anderem damit, dass allfällige Ausfälle der Gewinnbeiträge im Hotelgeschäft durch Immobilienverkäufe überkompensiert würden. Orascom habe eine gut gefüllte Pipeline von Immobilien-Vorverkäufen im Betrag von 373 Millionen Franken und einen tiefen Verschuldungsgrad.
Jetzt sollte nur noch der Aktienkurs steigen.
24.03.2009
Lucerne Festival in Andermatt
Samih Sawiris engagiert sich mit seiner Orascom als Hauptsponsor des Lucerne Festivals. Und zwar während drei Sommersaisons. So berichen die Medien heute. Im Gegenzug sollen nach Fertigstellung des Resorts Konzerte in Andermatt durchgeführt werden.
Bereits von 2009 bis 2011 wird sich Sawiris' Orsascom am Lucerne Festival als Sponsor engagieren, und zwar wird ein Konzert der Berliner Philharmoniker im September 2009 unterstützt.
Konzerte in Andermatt ab 2013
Ab 2013 – nach Fertigstellung eines Konzertraumes – sind unter dem Namen «Lucerne Festival in Andermatt» Kammermusikkonzerte für Andermatt geplant.
17.03.2009
Bergbahnen Andermatt/Sedrun: Chancen nutzen
Das Skigebiet Andermatt/Sedrun soll parallel zum Tourismusresort in Andermatt entwickelt werden. Darauf scheinen sich die Verantwortlichen der Bahnen und der Kantone Uri und Graubünden geeinigt zu haben.
Hier die offizielle Medienmitteilung:
Kanton Uri und Sportbahnen Andermatt Gotthard: Entwicklung der Wintersportregion Andermatt/Sedrun
Das Skigebiet Andermatt/Sedrun soll parallel zur Realisierung des Tourismusresorts in Andermatt entwickelt und erweitert werden. Dazu haben sich am 16. März die Verantwortlichen der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG, der Sedrun Bergbahnen AG, der MGB, der AADC, der Kantone Uri und Graubünden, der Korporation Ursern sowie der Gemeinden des Urserntals und Tujetsch zu einer Informationssitzung getroffen.
Im Zuge der Realisierung des Tourismusresorts in Andermatt zeigen sich Möglichkeiten und Chancen, das Skigebiet Andermatt/Sedrun neu zu positionieren. Das Ziel ist, das bestehende Skigebiet nachhaltig zu einem attraktiven und modernen Wintersport- und Bergbahngebiet zu entwickeln. Gleichzeitig kann so auch ein attraktives Sommerangebot geschaffen werden. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, hat am Montag, 16. März, eine erste Sitzung mit allen beteiligten Parteien stattgefunden. Vertreten waren die Verantwortlichen der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG, der Sedrun Bergbahnen AG, der Matterhorn-Gotthard-Bahn, der Andermatt Alpine Destination Company AG, der Kantone Uri und Graubünden, der Korporation Ursern sowie der Gemeinden des Urserntals und Tujetsch. Die Informationssitzung hat gezeigt, dass die Bereitschaft aller Beteiligten vorhanden ist, gemeinsam in die gleiche Richtung zu gehen. Für eine erfolgreiche Realisierung der Entwicklung des Skigebietes Andermatt/Sedrun ist es notwendig, nachhaltige Konzepte zu entwickeln und vorhandene Synergien auszuschöpfen. Die Vorstellungen der Beteiligten dazu wurden ausgetauscht und die nächsten Schritte vereinbart. Es zeigen sich primär zwei thematische Herausforderungen, die angegangen werden müssen:
a) Raumplanerische und Umweltfragen: Abwicklung eines Richtplan- und Umweltverträglichkeitsverfahrens in einem kooperativen Planungsprozess auf der Grundlage der Grundsätze der Nachhaltigkeit;
b) Projektentwicklung: Auf der Grundlage eines Masterplanes sind - unter Berücksichtigung der ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen - die konkreten Realisierungsschritte zu definieren. Der Investitionsbedarf ist für die verschiedenen Etappen zu beziffern und die dazu gehörenden Finanzierungsgefässe sind festzulegen. Diese zwei Themenpakete werden parallel und koordiniert weiter bearbeitet.
16.03.2009
Sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit
Am 11. März wurde das neue Tourismusbüro eingeweiht - und vom Pfarrer eingesegnet. Nun sind sie also unter einem Dach: Gotthard-Tourismus und AADC. Gemäss AGT-Präsident Heinzer "das erste sichtbare Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Samih Sawiris und Andermatt". Damit sei man für de gemeinsame Zukunft mit AADC gewappnet. So einfach ist es also, die Bausteine des Erfolges zu legen. Viel Glück bei der Umsetzung!
10.03.2009
AADC an Biomassenkraftwerk beteiligt.
Ab Ende März können die Urner Strom beziehen, der in einem Altdorfer Biomassenkraftwerk produziert wird. Mit beteiligt am Urner Biomassenkraftwerk ist auch Samih Sawiris' AADC.
Das Kraftwerk kann nach achtmonatiger Bauzeit auf diesen Termin hin in Betrieb genommen werden, wie die Green Power Uri AG der Nachrichtenagentur SDA mitteilte.
Beteiligt sind die Elektrizitätswerke Altdorf und Urseren, die Urner Kantonalbank, die Kooperation Uri, die AADC sowie als Lieferantin der Anlage die Kompogas in Glattbrugg ZH.
Die Investitionen betragen 5 Millionen Franken. Das Kraftwerk verarbeitet pro Jahr bis zu 5000 Tonnen Grün- und Speiseabfälle aus dem ganzen Kanton zu Strom. Dieser reicht zur Versorgung von 200 Haushaltungen. Als Nebenprodukte entstehen Kompost und Flüssigdünger.
04.03.2009
Samihs geflügeltes Wort...
...zur Demokratie
«Die Schweiz muss aufpassen, dass die Demokratie nicht entgleist. Es kann doch nicht sein, dass eine kleine Minderheit Projekte mit Einsprachen und Verzögerungstaktik verhindert, die von der Mehrheit befürwortet werden. Ist denn das demokratisch?»
19.02.2009
Bisherige Projektorganisation wird beibehalten
Um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen – insbesondere das anstehende Baubewilligungsverfahren, der Hochwasserschutz sowie der Anschluss an die Nationalstrasse – soll die bisherige Projektorganisation beibehalten werden. Dies verlautet aus einer Mitteilung der Standeskanzlei Uri.
Konkret: Für die Vorabklärung politischer und strategischer Fragen wird ein regierungsrätlicher Ausschuss eingesetzt. Mitglieder sind Justizdirektorin Heidi Z'graggen (Vorsitz), Baudirektor Markus Züst und Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann. Auf der fachlichen Steuerungsebene wird das bisherige Projektteam beibehalten. Das Team hat laut Standeskanzlei den Auftrag, die Bauherrschaft unter Samih Sawiris sowie die Standortgemeinden fachlich zu begleiten, bis die notwendigen Abstimmungen und die Koordination mit anderen Projekten sicher gestellt sind. Dem Projektteam gehören an: Benno Bühlmann (Gesamtprojektleiter), Kantonsingenieur Andreas Hurter, Direktionssekretär Emil Kälin, Kantonsplaner Thomas Huwyler, Direktionssekretär Rolf Müller und Direktionssekretär Emanuel Strub sowie ein Vertreter der Gemeinde Andermatt.
Der Regierungsrat werde je nach Projektfortschritt die Notwendigkeit und den Auftrag der besonderen Projektorganisation überprüfen, heisst es in der Mitteilung.
Bild: Justizdirektorin Heidi Z'graggen (Quelle: ur.ch)
18.02.2009
Mehr Klarheit Ende April
Wird das Sawiris-Projekt nun voll durchgezogen oder abgespeckt? Wieviel Geld hat eigentlich der Investor bisher ins Projekt gesteckt? Und: Vor nicht allzu langer Zeit hiess es noch, Baubeginn des Hotels im Bellvue Park sei 2009. In der gestrigen 20 Minute lässt AADC-Sprecherin Karin Helfenstein jedoch lediglich verlauten, dass die Baueingabe für das Hotel im Bellevue Park 2009 erfolgen soll. Und: Mit dem Wohnungsverkauf wird voraussichtlich erst Ende Jahr gestartet. Und zu allem dazu ist die Aktie am 16. Februar um vier Prozent 28.45 Franken abgesackt.
Wenn das kein Stoff für Spekulationen ist. Ende April wissen wir hoffentlich mehr. Denn - ebenfalls gemäss Karin Helfenstein - wird dann «über bisherige Investitionen und Stand des Projektes informiert».
So zu lesen in 20 Min...
16.02.2009
Urner Regierung glaubt weiter an Sawiris-Projekt
Der Verlauf der Finanzkrise bereitet dem Einen oder Anderen im Urnerland offensichtlich ein wenig Sorgen. Am letzten Freitag wurde im Landrat eine Interpellation eingereicht. Dass Bedenken da sind, offenbart sich in Fragen wie: Wieviel hat das Projekt den Kanton bis jetzt gekostet? Und: Kommt Sawiris für einen Teil der Aufwändungen auf?
Soviel vorweg: Trotz Krise und verschiedener Pressemeldungen, dass das Andermatt-Resort gebremst werden könnte, bleibt die Urner Regierung optimistisch. Das Projekt sei nicht unmittelbar von den Finanzmärkten abhängig, hält sie fest. Allenfalls könnte sich der Bau etwas in die Länge ziehen. Grund: Die Finanzierung des Projektes erfolge nicht über Bankkredite, sondern über eine schon vor längerer Zeit vorgenommene Aktienkapitalerhöhung. Deshalb hätten die Entwicklungen auf den Finanzmärkten keinen unmittelbaren Einfluss auf das Grossprojekt. Allerdings könne das wirtschaftliche Umfeld Einfluss auf den Verkauf der Immobilien haben. Das könne sich auf die Realisierungszeit auswirken.
Uri bereits 3,1 Mio. Franken investiert
In den letzten drei Jahren hat der Kanton im Zusammenhang mit dem Tourismusresort rund 3,1 Mio CHF aufgewendet. Der Kanton und Sawiris haben sich in einem Vertrag geeinigt, dass sowohl Kanton wie auch Unternehmer ihre Aufwändungen selber bezahlen. Die Urner Regierung betonte in ihren Antworten, dass ein Teil ihrer Aufwändungen ohnehin hätten getätigt werden müssen. So seien das Verkehrskonzept Urserntal und die Abklärungen zum Hochwasserschutz lediglich vorgezogen worden. Sie erachte jedenfalls die Aufwendungen im Hinblick auf die Chancen des Projektes als gerechtfertigt.
10.02.2009
AGS Papiere auf Talfahrt
Samih Sawiris' Ankündigung, die Gangart bei der Realisierung des Resorts etwas zurückzuschrauben, hat die Papiere der Andermatt-Gotthard-Sportbahnen belastet. Seit Jahresbeginn sind sie von 16 Fr. auf 12 Fr. zurückgefallen.
04.02.2009
Reaktionen lassen nicht auf sich warten
Nach den Presseberichten darüber, dass das Sawiris-Projekt in Andermatt ins Stocken gerät, können online bereits zahlreiche Kommentare gelesen werden. Die Schweiz, ein Land von Resort-Spezialisten. Hier eine kleine Auswahl (Quelle Tages Anzeiger online):
«Ich wäre ich froh wenn dieses Projekt scheitern würde. Unsere schöne Berglandschaft und die heimeligen Dörfer sind langfristig immer noch das wichtigste Werbeargument für den Schweizer Tourismus. Wie man ganze Landstriche mit überdimensionierten Hotelanlagen für alle Ewigkeit verschandelt kann man an zahlreichen Küstenabschnitten des Mittelmeers nur allzugut beobachten.»
«Schadenfreude ist fehl am Platz. Kritische Fragen: Es wurden Mehrinvestitionen ausgelöst, im Glauben, die Gäste kommen. Aber gibt es so viele Gutverdiener wie vor 2 Jahren? Sofern ich das wahrnehme, sind die Hotelanlagen für betuchtere Gäste gedacht. Die Exklusivität könnte zum Stolperstein werden. Golfplätze? Champagner im Überfluss? Magere Jahre stehen vor der Tür. Ohne Umplanung kein Erfolg!»
«Die Idee war sehr gut. Das Ganze kommt aber zu spät. Wenn ich S Sawiris Berater wäre, würde ich alles stoppen und für einige Jahre zurückstellen.»
«Und der arme Bergkanton Uri habe hohe Vorfinanzierungen geleistet. Oder anders rum: wie viel Kohle hat Sawiris bereits abgeliefert? Da kommt wohl noch ein Gewitter ...»
«Die Einsicht kommt spät der wirtschaftliche Realitätsinn setzt spät ein. Auch ohne die Krise ist das Projekt zu gross und zielt wohl auch am Markt vorbei. Erschreckend an der Sache ist, wie blauäugig sich die Urner Behörden an die Versprechen geklammert haben und ihrerseits übertriebene Erwartungen und falsche Hoffnungen bei der Urner Bevölkerung geweckt haben. Uri wirds überleben.»
«Seien wir doch froh, dass überhaupt noch investiert wird. Wer hat denn heute noch Appetit Hotels etc zu bauen, wenn die Wirtschaftslage derart schlecht ist. Die Schweiz sollte weiterhin den Teppich ausrollen und nichts unversucht lassen, diese ausländischen Investoren in die Schweiz zu locken. Diese schaffen dann in den "Randregionen" wertvolle Arbeitsplätze.»
«Sawiris vorsichtige Vorgehensweise spricht für ihn. Da könnte sich noch manch einer eine Scheibe abschneiden. Was hat Andermatt schon zu verlieren?»
«Andermatt ist nicht St.Moritz oder Zermatt! Anstatt so viele Luxushotels hochzuziehen würde ich als Investor ein günstiges 3-Sterne Hotel und ein Familien b.z.w Kinderhotel in Andermatt bauen. In diesem Segment lassen sich Hotels eher füllen als nur auf die vermögende Kundschaft zu setzen.»
«Staune immer wieder, wie blind diesem Sawiris einfach vertraut wird. Dabei hat er noch keinen grossen Leistungsausweis und die Aktien seiner Orascom AG sinken in bedrohlichem Tempo Richtung Nonvaleur. Wenn das nur gut kommt. Sonst ist Uri dann wirklich "stier".»
Gerät Andermatt-Resort ins Stocken?
Jetzt aber wird redimensioniert. Gebaut werden sollen in Andermatt gemäss der Wirtschaftsagentur Bloomberg vorerst nur zwei oder drei Hotels. Sawiris gegenüber der Wirtschaftsagentur: «Man muss realistisch sein. Die Verkäufe werden 2009 zurückgehen.» Und: «Ich bin kein Abenteurer.»
Diese Bloomberg-Meldung wurde allerdings von Franz Egle, VR der AADC, dementiert. «Am Andermatt-Projekt ändert weder umfangmängmässig noch in zeitlicher Hinsicht etwas. Die Zitate von Bloomberg beruhen auf einem Missverständnis.», sagte er gegenüber der Berner Zeitung.
Wie auch immer. In der Regel entstehen solche Gerüchte nicht aus dem Nichts. In der Presse jedenfalls hat die Nachricht hohe Wellen geschlagen. Hier ein paar Müsterchen:
Berner Zeitung: «Finanzkrise bremst Sawiris Andermatt-Projekt»
NZZ online: «Bremsspuren in Neu-Andermatt»
Zisch.ch: «Auch Sawiris ist von der Krise betroffen»
Bloomberg: «Sawiris Slows Pace of Resort Development in Recession»
20 Minuten Online: «Sawiris Andermatt-Projekt wird durchgezogen»
(Ab)gelöscht
Dialog mit der Bevölkerung. Immer wieder unterstreicht Samih Sawiris, wie wichtig dies ist. Aber offensichtlich ist das mehr Schein als Sein. Denn in Wirklichkeit hat es bei «unserem» Ägypter – eigentlich ein begnadeter Rethoriker – nicht sehr viel auf sich mit dem vielgepriesenen Dialog.
Barack Obama hat in seinem Wahlkampf allen gezeigt, wie man die neuen Medien nutzt. Er setzte zum Beispiel das Internet konsequent ein. Egal, ob bei Myspace, Facebook oder Twitter. Seine Fans sprach er in E-Mails direkt an, veröffentlichte Videos auf Youtube und Bilder auf Flickr. Seinen Vize Joe Biden stellte er der Öffentlichkeit per SMS vor. Obama hat gar sein eigenes Blog. Zweifellos, die neuen, interaktiven Medien sind wertvolle Instumente, wenn es um Dialog, Lobbying und Informationen geht.
Gut für Obama, recht für Sawiris?
Was für Barack Obama gut ist, sollte eigentlich auch Samih Sawiris recht sein. Oder? Offensichtlich nicht so sehr, wie man sich das (z.B. als Einwohner Andermatts) wünschen könnte. Zwar ist er wie Barack ein Meister der Rethorik. Aber: Seit Monaten erhält man – wenn überhaupt – bestenfalls aus den Medien kleine Neuigkeiten zum Tourismusprojekt. So, wie vor Weihnachten die Information, dass der AADC-Showroom im erweiterten Tourismusbüro endlich eröffnet wurde. Oder via Smalltalk bei Aeschbi. In der Andermatt-Rubrik der Orascom datiert das letzte Press Clipping vom 15. Juli letzten Jahres. Die letzte Info-Veranstaltung in der Mehrzweckhalle fand vor etwa einem Jahr statt. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Samih Sawiris selbst ein rethorisches Genie ist und mit Franz Egle erst noch ein absoluter Kommunikations- und Lobbying-Profi im Verwaltungsrat der AADC sitzt.
E-Mail nach elf Monaten ungelesen gelöscht
Wie ernst Samih Sawiris den von ihm selbst vielgepriesenen Dialog wirklich nimmt, erfuhr der Betreiber dieses Blogs gleich selbst. Seine Aufforderung zum Dialog, die er Samih Sawiris am 13. März 2008 per E-Mail geschickt hatte, wurde am 3. Februar 2009 – also 11 Monate später ungelesen gelöscht. Offensichtlich kein «Mailer» unser Ägypter. Aber am Handy soll er ja ein echter Virtuose sein. Ob mir jemand seine Handy-Nummer hat? Ich tausche sie gegen Samihs E-Mail-Adresse oben.
02.02.2009
Aufschwung dank Alpentourismus?
Was kommt dabei heraus, wenn ein Investor, ein ehemaliger Toursimuschef und ein Landschaftsschützer über Nachhaltigkeit diskutieren? In der NZZ online stand es kürzlich zu lesen. Titel: «Neu-Andermatt provoziert nicht nur Euphorie».
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