13.02.2008
Kein Interesse an der Halbinsel am Urnersee
Die Landaufschüttung am Ende des Isenthalerbaches ist bei Windsurfern beliebt, besonders bei Föhnlage. Nun hat das Tourismusprojekt in Andermatt offensichtlich auch an der Isleten Begehrlichkeiten geweckt. Gerüchteweise war schon zu hören, Samih Sawiris persönlich interessiere sich für die Halbinsel am Urnersee. Sawiris-Berater Franz Egele verneint jedoch ein konkretes Interesse. Gemäss Egle werden laufend irgendwelche Projekte herangetragen. Und dabei sei eben auch mal diese Landaufschüttung zu Sprache gekommen.
12.02.2008
Schon wieder ein Sawiris im Anmarsch
Der Berner Marc Aeberhard, Direktor der „Luxury Hotel & Spa Management Ltd.“, möchte laut www.fairunterwegs.org ein ganzes Gommer Dorf kaufen und daraus eines „der fünf besten Luxushotels des Alpenbogens“ machen. So steht es in seinem visionären Konzept, das er Mitte November 2007 vor Interessierten im Goms vorstellte. Die Euphorie hält sich in Grenzen.Zum Bericht...
Bild: Marc Aeberhard
11.02.2008
"Ab einer bestimmten Menge spielt Geld keine Rolle mehr"
Samih Sawiris kürzlich auf www.zisch.ch
"Mir ist gelungen, die Logik dieses ganzen Vorhabens darzulegen", erklärt der 51-Jährige in der "Unternehmerzeitung", "aber ohne mein Deutsch wäre dieses Projekt nie entstanden. Wenn ich mir vorstelle: Ein Dolmetscher steht neben mir und erklärt den Leuten, was ich sage, unmöglich!" Er selber wisse, wie man auf Menschen zugehe, und er sei dabei auch immer sich selber geblieben. "Doch am allermeisten hat natürlich geholfen, dass die Leute hier das Projekt wirklich haben wollten!"
Verglichen mit seinen beiden Brüdern ist Samih zwar der "Ärmste" (das Vermögen der Familie wird auf 20 Mrd. Dollar geschätzt, Samih hält davon lediglich 1,5 Mrd. Dollar), den Kopf lässt er deshalb aber noch lange nicht hängen: "Ab einer bestimmten Menge spielt Geld keine Rolle mehr. Es ist ja nicht so, dass ich jeden Morgen drei Anzüge anziehe und zehn mal am Tag esse oder mir sechs Flugzeuge kaufe, weil ich das Geld dafür hätte!"
Keine «Hintertür» trotz «Sündenfall»
Für das Tourismusprojekt in Andermatt erteilte der Bundesrat eine Ausnahmebewilligung und ritzte damit die Lex Koller.
Das sei ein «Sündenfall», den man nicht einfach wiederholen könne, mahnte der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle, Mitglied der Raumplanungskommission im Tages Anzeiger. Es gebe aber trotz Andermatt keinen Freipass für neue Resorts. Ein Begehren der Bündner und Walliser Behörden, die Lex Koller für neue Resorts zu lockern, hat also wenig Chancen. Heisse Debatten dürften programmiert sein.
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01.02.2008
Tyyflischi Gschichtä
Wunderbar blumige Kolumne von Josef Arnold im Urner Wochenblatt Nr. 8. Von Sawirien blase ein frischer Wind und entfache überall unternehmerische Feuer. Man breche auf, so Arnold, zumindest die Erde. Mit gigantischer Geochirurgie werde die Haut der Natur aufgeschnitten und die Eingeweide zu gewaltigen Maulwurfshügeln aufgeschüttet.Alles gehe schnell: Heute sondieren, morgen betonieren, übermorgen logieren. Was früher Generationen gedauert hätte, würde heute praktisch über Nacht entstehen. „Adieu altes Uri!“ ruft Josef Arnold. Unten rasen die Züge durch den Talboden und verschwinden im Berg. Oben im Hochtal knallt die internationale High Society die Golfbälle in den Urschner Wind.
Und wo bleiben die Urschner und Urschnerinnen? „Jetzt bleiben Sie wieder“, so Arnold. Es gebe schliesslich Arbeitsplätze. Was er vergisst ist die Frage, wo sie denn wohnen sollen, die Einheimischen mit Arbeit vor Ort.
Aber weiter gehts: Der „Golf“-Strom der Gutbetuchten werde sich über die Schöllenenbrücke, vorbei an Danioths rotem Teufel bewegen. Dieser erinnere an die Sage mit ihrer verschütteten Botschaft, wonach jeder Eingriff immer auch seinen Preis hat, schlimmstenfalls den Seelenverlust. Arnold: „Rechtlich, ökologisch, finanziell ist bald alles geregelt. Das ist wunderbar und bewundernswert.“ Wo aber bleibt Urner Seele? „Warum musste ein ‚ägyptischer König’ König mit Gold und dem Weihrauch seiner kommunikativen Umgänglichkeit kommen, um uns auf die noch bessere touristische Verwertbarkeit der „Prunkkammer Gottes“ aufmerksam zu machen? fragt Arnold.
Offensichtlich ja, denn zweifellos wurden die Chancen für eine sanfte touristische Entwicklung im Urserntal verschlafen. Militär sei dank.
Nun ja, Josef Arnold zitiert in seinem Beitrag Danioth: „Der Mensch ist hier der Auserwählte und Verworfene in einem… In seinem Blick aber steht das Weh des Gefangenseins…“. Und er empfiehlt uns – vielleicht nach dem wildeuphorischen Fasnachtstaumel – über unser Auserwählt- und Gefangensein nachzudenken. Vielleicht kein schlechter Gedanke.
28.01.2008
Sawirisvirus in Zentralschweiz
In der Zentralschweiz macht sich ein «Sawiris-Virus» bemerkbar: Viele Destinationen planen grosse Tourismusprojekte.
Mehr Tourismus und reiche Gäste sollen mit millionenschweren Hotelprojekten angelockt werden. Dem Beispiel von Samih Sawiris in Andermatt folgen nun auch andere Zentralschweizer Orte. «Immer mehr wollen sich nach den Bedürfnissen gutbetuchter Gäste richten», sagt der Zentralschweizer Tourismusexperte Dominic Keller. Ein wichtiger Zukunftsmarkt seien zum Beispiel reiche Russen.
Appartements in Hotels
Gross im Kommen sind laut der «NZZ am Sonntag» Appartements in Hotelkomplexen oder Ferienorten. Diese werden wie Hotelzimmer gewartet und bedient. Zudem werden sie während der Zeit, in der sie die Eigentümer nicht benutzen, weitervermietet. So können «kalte Betten» vermieden werden. Ein ähnliches Projekt ist bereits in Engelberg geplant. Dort soll für gut 30 Millionen Franken mitten im Dorf ein 4-Sterne-Hotel gebaut werden, das unter anderem aus solchen Appartements besteht. Auch andere Zentralschweizer Orte investieren hohe Summen in den Tourismus der Zukunft. So wollen beispielsweise in Emmetten holländische Investoren für 70 Millionen Franken ein Feriendorf mit 32 Häusern errichten.
21.01.2008
Sawiris-Holding in Altdorf
Samih Sawiris hat eine Holding mit Sitz in Altdorf gegründet. Für Finanzdirketor Markus Stadler ein klar positives Zeichen. Aber: Er warnt vor Steuergeld-Euphorie.
Die Gründung einer Holding sei nicht zu unterschätzen, so Stadler. Er ist überzeugt, dass Samih Sawiris mit diesem Schritt noch stärker als als bisher zum Ausdruck bringt, dass er in Uri ein Führugnszentrum schaffen wolle. Kurz: Ein Signal für ein längerfristiges Engagement in Uri.
Euphorie wäre verfrüht
Die unmittlebare steuerliche Auswirkung der Holding-Grünung ist gemäss Stadler allerdings vorerst noch gering. Aber er sieht ein anderes - wichtiges - Zeichen. Mit der Ansiedlung der Holding werden in Uri dereinst qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.
Sawiris kontert Siegrist
Im Tages-Anzeiger vom 18. Januar 2008 kritisierte Dominik Siegrist, Präsident des Internationalen Alpenschutzkomitees Cipra, das Tourismus-Projekt in Andermatt (siehe Beitrag früher in diesem Blog). Jetzt kontert Samih Sawiris.
Cipra-Präsident Dominik Siegrist: Zu gross sei die Anlage. Zudem spekulierte er, dass die Angestellten «teilweise aus dem Mittleren Osten kommen und in Andermatt leben» würden. Wenn viele fremde Leute in dörfliche Strukturen einbrechen und dort allenfalls leben, könne das schnell in Fremdenhass umschlagen, so Siegrist.
Unter der Gürtellinie
Samih Sawiris konterte umgehend - ebenfalls im Tagi. Mit diesen Vorhaltungen, die fremdenfeindliche Gefühle schüre, ziele Siegrist «unter die Gürtellinie». Es sei für ihn völlig abwegig, Arbeitskräfte aus dem Mittleren Osten nach Andermatt zu holen. Er will das Personal à priori im Kanton Uri rekrutieren. Es sei besser mit Einheimischen zu arbeiten, weil diese um die Vorzüge ihrer Region wüssten. Zudem würden nicht nur Kellner und Putzfrauen angestellt, betont Sawiris. Für die Tennisakademie, die Reithalle oder für die Leitung der Restaurants und Hotels seien gut qualifizierte Fachkräfte gefragt.
Andermatt weiterhin kleine Alpendestination
Sawiris versteht auch die Vorhaltung nicht, das Tourismus-Projekt sei zu gross dimensioniert. Mit gut 2000 Gästebetten zähle Andermatt auch künftig zu den kleinen Destinationen im Alpenraum.
18.01.2008
Noch nicht soweit wie gewünscht
Am 17. Januar nahm Samih Sawiris am dritten Workshop mit den Architekten in Altdorf teil. Es gebe zwar Fortschritte, aber man sei noch nicht so weit, wie man sich dies eigentlich gewünscht hätte, sagte Sawiris im Anschuss. Allerdings erhalte man langsam ein schönes Bild eines Dorfes, das nicht monoton oder einseitig geplant worden sei.
Zweifel am Erfolg
Kann Samih Sawiris das Urserntal retten? Dominik Siegrist, Präsident der Cipra International, bezweifelt es in einem Interview mit dem Tages Anzeiger. Das Projekt sei zu gross dimensioniert. Andermatt könne Sawiris nicht verkraften. Und: Die soziale Nachhaltigkeit sei nicht gegeben, so Siegrist.Zum Interview…
Cipra
Bild: Dominik Siegrist, Präsident Cipra International
15.01.2008
Was würden Sie mit 10'000 Franken machen?
Was würden prominente Wirtschafts- und Polit-Kapitäne mit 10'000 Franken machen, wenn sie diese gerade locker hätten?Zisch.ch fragte anlässlich des Neujahrs-Apéros der Zentralschweizerischen Handelskammer bei Lokalprominenten nach. Einer davon, nämlich Bucherer-CEO Adalbert Bütler, würde im Hinblick auf die Sawiris-Pläne in die Aktienkapitalerhöhung der Andermatt-Gotthard-Sportbahnen investieren».
Wo würden Sie investieren?
Bild: Adalbert Bütler
11.01.2008
Auf Teufel komm raus
Neat! Luxus-Resort Andermatt! Flat-Rate-Tax! Uri fasst seine Zukunft ins Auge, in keinem anderen Kanton sind die Dinge so im Umbruch.Thomas Widmer hat in der Weltwoche 02/08 ein treffendes Porträt des Granitkantons geschrieben. Also: Link anklicken, wer den Überblick über den Fluss der Dinge im Kanton nicht verlieren will.Zum Beitrag...
08.01.2008
Bundesrat lockert Lex Koller zweites Mal
Am Projekt in Andermatt sollen sich weitere ausländische Unternehmen beteiligen können. Die beschloss der Bundesrat. Damit hilft die Regierung Samih Sawiris zum zweiten Mal. Ein Novum. Zwar hat der Bundesrat schon früher Ausnahmen zur Lex Koller beschlossen, aber noch nie in diesem Ausmass wie für das Tourismusresort in Andermatt. Der Entscheid dürfte Samih Sawiris freuen. Denn: Der Entscheid nimmt potenziellen Investoren die Angst, sich als Privatpersonen am Projekt zu beteiligen. Jetzt können sie als Unternehmen auftreten.
07.01.2008
Samihs Wünsche für 2008
Samih Sawiris schickt dem Kanton Uri vielerlei Wünsche für 2008. Vor allem schätzt er:- die offene und sympathische Bevölkerung
- die effiziente Verwaltung
- die Offenheit des Kantons gegenüber Investoren
- die ausgezeichnete Erreichbarkeit
- die unberührte und wunderbare Landschaft
Den Urnerinnen und Urnern wünscht er:
- dass Uri bald das schönste Resort der Schweiz bekommt
- dass die Urnerinnen und Urner von der ganzen Schweiz Anerkennung erhalten für ihre vorausblickende und zielstrebige Weise
- dass es wirtschaftlich weiter vorwärt geht
- dass die Urnerinnen und Urner die schöne Umwelt so erhalten und pflegen wie bis jetzt
28.12.2007
Die Russen kommen!
Wir haben unseren Ägypter. Crans Montana kriegt vielleicht bald seine Russen. Für einmal nicht als Gäste, sondern als Bauinvestoren. Der Baukonzern Mirax mit Sitz in Moskau will eine feudale Ferienanlage bauen. Und Crans Montana will - wie Andermatt - von den in der Lex Koller verankerten Verpflichtungen befreit werden. Toursimusfieber ohne Grenzen in der Schweiz?Den ganzen Artikel lesen...
Bild: Crans Montana
27.12.2007
Wer will sich am Resort beteiligen?
Am Ferienresort von Samih Sawiris können sich auch andere Unternehmen beteiligen. Der Bundesrat hat gemäss Tages Anzeiger ein entsprechendes Gesuch genehmigt. mehr...
"Kalte Betten" irritieren Andermatt
Andermatt ist irritiere. Grund: Samih Sawiris erklärte an der letzten Infoveranstaltung, dass einzelne Hotels im Dorf zur Vier- oder Fünfstern-Hotels ausgebaut werden sollten. Mehr noch: Es grassieren Gerüchte, dass Hotels im Dorf verkauft und zu Appartements umgebaut werden sollen. mehr...Bild: Krone bald ein Appartementhaus?
21.12.2007
Rückbaufonds?
In Andermatt wird bald gebaut. Sehr viel gebaut. Hotels, Wohnungen, Villen, Golfplatz, Strassen. Touristiker und Bevölkerung zweifeln kaum an Sawiris’ Erfolg. Was aber, wenn eines der Hotels irgendwann doch nicht rentieren sollte?Die Geschichte des Tourismus lehrt uns: Jedes Grandhotel macht Krisen durch. Das ehemalige Grandhotel in Andermatt selbst steht derzeit noch – als halbe Ruine und Mahnmahl.
Wie schützen wir uns vor Bauruinen?
Was passiert, sollte dem Resort wider aller optimistischen Erwartungen dennoch nicht nur Erfolg beschert sein? Tummeln wir uns dann plötzlich inmitten von Bauruinen? Oder sollten wir Andermatter von den Davosern lernen? Diese verlangten nämlich von den Investoren des geplanten Wellnesskomplexes auf der Schatzalp – in Form eines Turms – einen Rückbaufonds, um den Turm falls nötig wieder abzubrechen. Ein solcher Fonds – gespiesen von der Orascom bzw. von den jeweiligen Hotelinvestoren – könnte durchaus auch in Andermatt Sinn machen.
Der 105 Meter hohe Turm auf der Schatzalp
17.12.2007
Kürzlich gelesen...
...im Blog des PR-Gurus Klaus J. Stöhlker:
Der arme Sawiris kam nach Andermatt
Wie Jakob Schmidheiny stets der “arme” Schmidheiny war, weil er nicht von Beginn an mit Milliarden gesegnet wurde, handelt es sich bei Samih Sawiris, der in Andermatt investiert, um das ärmste Mitglied seiner Familie. Mit einem Vermögen von mageren USD 1,5 Mia. fragt man sich ohnehin, weshalb er soviel in dieser alpinen Einöde investiert. Vater Onsi ist USD 5 Mia. schwer, dessen ältester Sohn USD 10 Mia, der jüngste Sawiris, Nassef, USD 3,9 Mia. Da es sich um die reichste Familie Ägyptens handelt, ist Sorge um den charmanten Samih nicht nötig.
12.12.2007
Ausbau ARA Andermatt: Abstimmung 2008
Die ARA-Andermatt muss aufgrund des Sawiris-Projektes ausgebaut werden. Der Auftrag soll 2008 vergeben werden. Im Verlaufe von 2008 soll dann auch das Urner Stimmvolk über den Ausbau der Anlage befinden können.Ausschreibung
11.12.2007
MGB investiert 92 Mio. Franken
92'000'000 Franken. So viel will die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) zwischen 2008 und 2010 in ihr Bahnnetz investieren. Auch das Resort-Projekt von Samih Sawiris soll bei diesen Investitionen einbezogen werden.Uri soll an die Investitionen für Infrastrukturen und die Substanzerhaltung MGB im gleichen Zeitraum einen Kredit von total 2,832 Millionen Franken leisten. Dies beantragt die Regierung dem Landrat. Mitfinanziert werden die geplanten Ivestitionen zudem vom Bund sowie den Kantonen Wallis und Graubünden.
10.12.2007
Zement statt Granit
Während Samih Sawiris den Granit im Urserntal beackert, verkauft Bruder Nassef sein Unternehmen "Orascom Cement" an die französische "Lafarge" wie das Unternehmen heute berichtete. Offerierter Preis: 8,8 Mio. Euro.Medienmitteilung Lafarge (franz.)
Bild: Nassef Sawiris
Sawiris-Projekt: Chance für Göschenen?
Die Schöllenen ist ein Nadelöhr. Nicht nur während der Bauphase, sondern auch dann noch, wenn das Resort einmal steht. Die Reaktivierung der Militärseilbahn von Göschenen auf den Gütsch sowie ein Bahnhof im heutigen Gotthard-Bahntunnel könnten attraktive Lösungen bieten.Einst existierte eine militärisch genutzte Seilbahn, die von Göschenen zum Wachthäuschen auf dem Gütsch führte. Da Samih Sawiris gemäss AGS-Verwaltungsratspräsident Franz Steinegger eher auf den Nätschen setzen will (siehe Blog-Eintrag vom 3.12.2007), wäre es an der Zeit, über eine Neuauflage der Seilbahn Göschenen-Gütsch nachzudenken. Die Wintersporttouristen – insbesondere die Tagestouristen – könnten gleich ab A2 in ein unterirdisches Parkhaus in Göschenen geleitet werden. Von dort ginge es direkt hoch auf den Gütsch, wo der sonnige Pistenplausch wartet.
„Porta-Alpina“-Ersatz im heutigen Bahntunnel
Eine weitere Toursimsuattraktion könnte – gewissermassen als Ersatz für die „eingefrorene“ Porta Alpina im Neat-Tunnel – im heutigen Gotthard-Bahntunnel realisiert werden. Genau unter Andermatt könnte eine Haltestelle eingerichtet werden. Im Gegensatz zu Sedrun müssten hier lediglich etwa 400 Höhenmeter mit einem Lift überwunden werden. Und: Die Gäste stünden - oben angekommen - mitten in Andermatt. Da die Gotthard-Bergstrecke sowieso für den Tourismus erhalten und vielleicht sogar Unesco Welterbe werden soll, wäre ein Tunnelbahnhof zweifellos eine grosse Attraktion.
Viele Gewinner
Von diesen zwei Massnahmen würden viele profitieren. Göschenen würde punkto Tourismus aufgewertet und das Parkhaus würde zusätzliche Einnahmen in die Gemeindekasse spülen. Die Gastro- und Hotelleriebetriebe in Göschenen würde profitieren. Die Autofahrer könnten die winterlich eisige Schöllenen meiden, was wohl manch einem Automobilisten willkommen wäre. Der Autoverkehr durch die Schöllenen würde abnehmen. Die Gotthard-Oberalp-Arena wäre noch schneller und bequemer zu erreichen. Die Natur würde geschont. Die Gotthard-Bergstrecke wäre mit dem Tunnelbahnhof um eine Attraktion reicher und würde Touristen anziehen. Last but not least: Samih Sawiris könnte als Verfechter ökologischer Grundsätze (siehe Blog-Eintrag vom 29.11.2007) sein Image weiter festigen.Bilder: Göschenen, Schöllenen
07.12.2007
Heiweh noch dä Bärgä...?
Vor sieben Monaten ist die Familie Frank von Hospental nach Bourrignon im Jura gezogen. Auslöser war das Tourismusprojekt von Samih Sawiris. Heute sind sie überzeugt, dass sie zum «richtigen Zeitpunkt» weggezogen sind.Es gebe viel – sehr viel – Arbeit auf dem «Bellevue» in Bourrignon, sagten die ausgewanderten Urschner Bauern Werni, Josy und Thomas Frank gegenüber dem Urner Wochenblatt. Und dass auf diesem Betrieb alles rund läuft, ist für Werni, Josy und Thomas Frank sehr wichtig. Denn gleich nach dem Umzug erkrankten die Tiere schwer und forderten die Franks derart, dass sie fürs Heimweh gar keine Zeit fanden.
Die Franks wollen in Bourrignon eine neue Heimat finden. Noch stellt sich aber die fehlende Sprache fast täglich als zu hohe Hürde in den Weg. In der Sennerei bleibts beim «Bonjour». Für den Ausgang fährt Thomas Frank noch regelmässig in die Innerschweiz. Spreche man vom "däheimä", dann meine man halt immern Hospental, so die Franks.
Bild: Werner und Josy Frank, Quelle: Urner Wochenblatt
03.12.2007
Setzt Samih Sawiris auf den Nätschen?
Samih Sawiris und sein Team setzen eher auf den Nätschen, wenn es ums Ski fahren geht. Dies sagte Franz Steinegger an der Generalversammlung der Andermatt Gotthard Sportbahnen (AGS) am 1. Dezember 2007.Bei der AGS stehen verschiedene Investitionen an: Die Seilbahn-Kapazität von Andermatt auf den Gurschen soll erhöht werden, für eine optimale Beschneiung am Gemstock ist ein Speichersee geplant, der Lutersee-Skilift soll ersetzt werden, die Sesselbahnen Gurschengrat und Andermatt-Nätschen müssten erneuert werden. Und: Das Gastronomie-Angebot muss optimiert werden.
Optimierung Nätschen im Vordergrund
Bevor investiert wird, sollen die AGS-Projekte mit den Bedürfnissen des geplanten Resorts abgeglichen werden. So wie es aussehe, so Steinegger, gehen die Präferenzen der Resort-Planer eher in Richtung einer Optimierung des Angebotes auf dem Nätschen.
AADC nimmt Sitz im Tourismusbüro
Die Andermatt Alpine Destination Company (AADC) lässt sich im Tourismusbüro in Andermatt nieder. Zuerst muss aber der bestehende Bau noch erweitert werden. Dies wurde an der Herbstversammlung der Andermatt Gotthard Toursimus vom 29. November 2007 bekannt gegeben. Benno Nager, COO der AADC, strich dabei vor allem die Synergien hervor, die sich durch die räumlikche Nähe zum Tourismusbüro und deren Mitarbeitenden ergeben.
30.11.2007
Gewusst, dass...
...Samih Sawiris’ El Gouna-Resort für die vorbildhafte Einhaltung ökologischer Grundsätze u.a. mit vier «Green Globe 21»-Zertifikaten ausgezeichnet worden ist? Green Globe 21 ist eine Auszeichnung des World Travel & Tourism Councils und fördert nachhaltigen Tourismus auf der Basis der Agenda 21, die 1992 vom UNO Earth Summit verabschiedet wurde. Gratulation Samih! Wir freuen uns auf ein grünes Andermatt – aber nur im Sommer bitte.29.11.2007
Benno Nager: «Luzern ist wichtig für unser Marketing»
Benno Nager, COO der Andermatt Alpine Destination Company, spielt Luzern eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Positionierung des Resorts im Urserntal. Denn: Luzern ist ein bekannter «Brand» mit internationaler Tourismusausstrahlung. Deshalb laufen bereits Gespräche mit Luzern Tourismus.
Lesen Sie das Kurzinterview auf zisch.ch...
Steigen Immo-Preise ins Bodelose?
Die Bodenpreise in Andermatt steigen. Bauland gibt es – zumindest ausserhalb der Resort-Zone – praktisch nicht. Der Immobilienmarkt ist ausgetrocknet. Gemäss Walker Immobilien ist der Quadratmeterpreis für Wohnungen in den letzten drei Jahren zwischen 5 und 8 Prozent gestiegen.Der Preis für Wohnungen in Andermatt liegt zurzeit bei 4000 Franken pro Quadratmeter. Damit zahlt man zwar noch nicht so viel wie in Topresorts. Vieles spricht aber dafür, dass Andermatt rasch in die Topliga aufsteigt.
Der Preis für Sawiris' Luxusimmobilien werde nach der Fertigstellung bei rund 12’000 Franken pro Quadratmeter liegen, sagt Manuela Olmesdahl von Engel und Völkers, dem Spezialisten für exklusive Bleiben gegenüber Cash daily. Der Preis könne sich innert weiterer drei Jahre auf 25'000 Franken verdoppeln.
Voraussetzung für den Boom und damit für Sawiris Profit ist eine Infrastruktur, die Reiche auch tatsächlich anzieht. Dazu gehören Wellness-Oasen, Golfplatz, Luxusboutiquen und eine Spitzengastronomie.
Dann hoffen wir mal auf die (hoffentlich erschwinglichen) «Sozialwohnungen», die Samih Sawiris uns Talbewohnern an der letzten Info-Veranstaltung schmackhaft gemacht hat.
26.11.2007
Gratis-Werbeslogan für Andermatt
«Andermatt – In between St. Moritz and the Matterhorn!» Dieser Werbeslogan kommt von niemand geringerem als von Hanspeter Danuser, Kurdirektor von St. Moritz.Hanspeter Danuser findet das geplante Resort in Andermatt eine super Idee. Für ihn ist es ein Signal. Ein global tätiger Investor kommt in die Schweizer Alpen. Solche Signale brauche die Schweiz, ist er überzeugt.
Keine Konkurrenz
Danuser fürchtet allerdings keine Konkurrenz für St. Moritz. Denn St. Moritz sei eine Liga für sich. Vielmehr ergänze Andermatt das Angebot. Der Glacier-Express bringe ihnen ihnen im Sommer einen Drittel der Gäste. «Aber die Strecke zwischen St.Moritz und Zermatt ist eine ‹Hängebrücke› – nun wird Andermatt der Mittelpfeiler.» Zwischen St. Moritz und Zermatt eben.
23.11.2007
Toursimus geht uns alle an
Kürzlich diskutierten Tourismusfachleute in Erstfeld über die touristische Zukunft des Kantons Uri. Anwesend war auch Samih Sawiris. Hier ein paar Stimmen sowie zwei Videos aus youtube.com.Isidor Baumann, Volkswirtschaftsdirektor Kanton Uri, ist überzeugt: „Mit dem geplanten Resort in Andermatt macht Uri den Schritt in eine andere Tourismusliga.“ Mario Lütolf, Präsident des Schweizerischen Tourismusverbandes, fragte eingangs seines Referates: „Liegt Uri richtig?“. Soviel vorweg: Er ist der Ansicht, dass Uri auf dem richtigen Weg ist. Aber er warnte vor zu grosser Euphorie: „Sie haben einen kleinen Schritt vorwärts gemacht.“. Trotz neuer finanzieller Mittel glaubt er nicht, dass sich die Marke Uri im Weltmarkt etablieren kann. „Die gegebenen Mittel werden aber Uri nicht neue positionieren.“ Nach seiner Meinung muss sich Uri im Verbung auf gewisse Inhalte konzentrieren und damit Marketing betreiben, meinte er. Zum Thema Marketing äusserte sich auch Samih Sawiris: „Marketing betreiben und die geschürten Erwartungen nicht erfüllen, das ist das schlimmste. Das Angebot muss bereit sein, wenn man Werbung macht, sonst sind die Hotels leer.“ Gezieltes und damit wirksames Marketing muss also genau geplant sein. Sawiris kann sich im Gegensatz zu Lütholf gut vorstellen, dass sich die Marke „Uri“ etablieren lässt. „Das wird Ihnen nicht gelingen“, bremste Lütholf die Euphorie des Investors. In einem Punkt waren sich jedoch alle Akteure einig: „Tourismus geht uns alle an.“
Sawiris-Video auf Youtube (Teil 1)
Sawiris-Video auf Youtube (Teil 2)
Zahlenspiele – oder: Welche Wertschöpfung bring das Resort?
Wie hoch wird die Wertschöpfung des Resorts sein? Bringts dem Volk überhaupt etwas? Erste Berechnungsmodelle sagen ja.Fortunat Planta vom Amt für Steuern liebt Zahlenspiele. Am letzten Infoabend rechnete er den Besucherinnen und Besuchern vor, dass sich das Resort volkswirtschaftlich lohnt. Die Berechnungen zeigen, dass sich die Wertschöpfung bei einer durchschnittlichen Auslastung von 70 Prozent der Hotelbetten auf rund 200 Mio. Franken jährlich beläuft. Dies ergibt Steuereinnahmen von gegen 12 Mio. Franken.
Schweizer Durchschnitt 42 Prozent
Die Auslastung der Hotelbetten im schweizerischen Durchschnitt liegt bei 42 Prozent. Auch mit dieser Auslastung würde das Resort eine Wertschöpfung von 120 Mio. Franken bringen. Allerdings zeigte sich Samih Sawiris ob Plantas 42-Prozent-Modell wenig erfreut. Mit einer solch tiefen Auslastung würden die geplanten Anlagen kaum rentieren. Fazit: Mit gut schweizerischem Durchschnitt kommt das Resort kaum auf einen grünen Zweig.
Fit für die Resort-Zukunft
Intensivtourismus birgt Gefahren. Erste Zeichen sind in Andermatt besonders im Immobilienbereich bereits erkennbar. Der Wohnungsmarkt ist ausgetrocknet.Justizdirektorin Heidi Z’graggen warnte am letzten Infoabend vor den möglichen Risiken für ein Gebiet mit Intensivtourismus. Unter anderem nannte sie:
- zu starken Siedlungsdruck
- die Zunahme der Immobilienpreise
- Spannungen zwischen Einheimischen und Gästen
Z’graggen ist jedoch überzeugt, dass die Erhaltung des Berggebietes als Lebens- und Wirtschaftsraum nur mit dem Tourismus und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit möglich ist.
Geeignete Massnahmen treffen
Mit geeigneten Massnahmen seien die Risiken zu verhindern. Sie forderte u.a. die Gemeinden Hospental und Realp auf, sofort die Orts- und Raumplanung auf den jeweiligen Gemeindegebieten anzupacken. Und: Sie will im Frühjahr ein Symposium für die Talbevölkerung durchführen. An diesem Symposium sollen diese Problemkreise aufgenommen werden und die Bevölkerung fit für die Resort-Zukunft gemacht werden.
Bild: Heidi Z'graggen; Quelle: ur.ch
Die Brummis kommen
Benno Nager, Chef der AADC, hat bereits Lastwagentests in der Schöllenen durchgeführt. Wie grosse und viele Brummis verträgt das Nadelöhr zwischen Göschenen und Andermatt? Und: Wann können diese hin- und herfahren? Eine komplexe Problemstellung. Denn: Auch die Einheimischen wollen staufrei pendeln. Zudem rollt gleichzeitig der bisherige Güterverkehr. Last but not least gibt es weiterhin Tourismus- und Transitverkehr ins Urserntal und über den Gotthard. Der Kanton ist also gefordert.Viele Fragen noch offen
Viele Fragen rund um den Verkehr sind noch offen. Einerseits muss der Hochwasserschutz mit einbezogen werden, andererseits braucht es ein Verkehrskonzept, dass die Bauphase einbezieht. Deshalb soll gemäss Markus Züst, Baudirektor des Kantons, ein Verkehrskonzept ab der Autobahn erstellt werden, eine attraktive ÖV-Anbindung gewährleistet und durch Aufhebung von Bahnübergängen Knoten gelöst werden. Das Gesamtverkehrskonzept soll im Frühjahr 2008 bereit liegen.
22.11.2007
Dorfhotels: Standard muss erhöht werden
Im Resort baut Samih Sawiris Hotels für Gäste mit gehobenen Ansprüchen. Aber auch im Dorf soll die Hotellerie wohlhabenden Gästen etwas bieten. Investieren sollen die ansässigen Hoteliers.Sawiris-Berater Franz Egle bringt es auf den Punkt: «Ein qualitatives Gefälle zwischen den Hotels im Resort und denjenigen im Dorf ist zu vermeiden.» Das Gefälle zwischen Resort und altem Dorf dürfe nicht zu gross sein. Die heutige Realität sieht anders aus. Drei Sterne sind das Maximum, was die Hotels im Dorf zu bieten haben.
Investitionen der Hoteliers gefragt
Gefragt sind also auch Vier- und Fünfstern-Hotels neben (günstigen) Familienerbergen. Alex Renner vom Hotel Drei Könige und Post ist skeptisch. Mehr Sterne bedeuten grössere Zimmer. Und grössere Zimmer wiederum heisst ausbauen. Zudem müssten laut Renner Leistungsangebote wie etwa Wellnessbereiche geschaffen werden. «Für die meisten Betriebe ist so ein Ausbau gar nicht möglich, weil ihnen das dafür nötige Land fehlt.»
Kleiner Dämpfer
Ob nach der anfänglichen Euphorie der meisten Hoteliers nun die Ernüchterung kommt? Gerade offensiv waren sie in den letzten zehn Jahren nicht gerade, wenn es um Investitionen in ihre Häuser ging. Jedenfalls: Hoteliers, die (mit hohler Hand) auf eine flotte Trittbrettfahrt im Windschatten von Samih Sawiris spekuliert haben, dürfte einen ersten Dämpfer bekommen haben.
Bild: Hotel Drei Könige und Post
21.11.2007
«Bitte helfen Sie mit!»
An der letzten Info-Veranstaltung brachte Samih Sawiris nicht nur guteNeuigkeiten. Er mahnte davor zu übertreiben. Jedes Mal, wenn er in Andermatt sei, habe es mehr Baustellen, bemerkte er. «Ich bitte Sie alle, in Andermatt nicht nur das schnelle Geld zu suchen.» Die Gefahr, dass alles nur noch über die Masse und nicht mehr über Qualität laufe, sei sehr gross. Auch er selbst müsse sich dauernd beherrschen, denn die Versuchung sei gross, noch mehr zu bauen.
«Bitte helfen Sie mit, zu Andermatt Sorge zu tragen», rief er die Andermatterinnen und Andermatter auf.
19.11.2007
Sawiris: "Schiessen Sie vorerst ruhig weiter"
Grossaufmarsch der Bevölkerung am Resort-Informationsabend vom 16. November. Und Samih Sawiris präsentierte sich charmant wie immer. Es geht weiterhin in hohem Tempo vorwärts.
Das Wichtigste kurz und bündig:
- Heidi Zgraggen will im kommenden Frühjahr ein Symposium im Urserntal organisieren, an dem sich die Talbewohner fit machen können für die kommenden Herausforderungen.
- Weitere zwei Verträge mit Bauern wurden unterzeichnet. Samih Sawiris hat nun genügend Land für den Golfplatz.
- Für den Bau des Hotels im Bellvue-Pärkli präsentierte Sawiris Co-Investor Philip Moross und die Firma Waterford Investments AG aus London.
- Für Einheimische und Resort-Personal sollen günstige Wohnungen erstellt werden.
- Am Notspital soll festgehalten werdne. Samih Sawiris will eine gute medizinische Versorgung vor Ort sicher stellen.
16.11.2007
Per Bahn ins Alpenparadies
Zurzeit können wir zwei Trends beobachten in den Schweizer Alpen: Einerseits die von Abwanderung und fehlenden Investitionen gebeutelten Regionen. Andererseits die von Glanz und Glamour verwöhnten Destinationen wie St. Moritz, Zermatt, Gstaad – und vielleicht schon bald Andermatt. Dieser Graben zwischen «arm» und «reich» muss nicht sein. Denn: Ein einzigartiges Marktpotenzial liegt direkt zu unseren Füssen.Die Resortpläne von Samih Sawiris haben in der Gotthardregion ein neues Selbstbewusstsein und eine Aufbruchstimmung ausgelöst. Die Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis wollen zur touristischen Förderung der Gotthard-Region zusammenspannen.
Berner Oberland darf nicht fehlen
Im Verbund der Gotthardregion sollte das Berner Oberland – und vor allem das Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschorn nicht fehlen. Die gute Nachricht: Der Weg dorthin ist gar nicht so weit. Denn: Bereits heute ist Grunderschliessung der Welterbe-Region mit dem öffentlichen Verkehr fast überall gewährleistet. Einzige Schwachstellen existieren in der Verbindung Interlaken-Grimselgebiet und Grimsel-Goms. Mit anderen Worten: Es fehlen umsteigefreie Bahnverbindungen von Luzern nach Montreux und eine Grimseltunnel.
Einzigartiges Netzwerk
Diese zwei noch fehlenden Glieder würden nicht nur geplante Projekte wie das in Andermatt optimal ergänzen und zur neuen alpinen Aufbruchstimmung beitragen. Sie würden darüber hinaus ein weltweit einzigartiges Bahnnetzwerk vervollständigen und den Anschluss an die Gotthard-Matterhorn-Bahn, an den Glacier Express von Zermatt nach St. Moritz und an den Bernina Express von Chur über Pontresina nach Norditalien gewährleisten.
Der umsteigefreie «Golden Pass», der Luzern mit Interlaken, Gstaad und Montreux verbindet, sowie ein Grimseltunnel würden dem Erlebnis Alpenland Schweiz einen starken Stempel aufdrücken. Resutat: ein weltweit einziges Marktpotenzial der attraktivsten Eisenbahnlinien im Alpenraum. Es wäre eine zukunftsweisende Investition in ein neues alpines Netzwerk Andermatt-Interlaken-Gstaad-Luzern-St. Moritz-Zermatt bzw. Bernina-Gotthard-Jungfrau-Matterhorn-Lötschberg-Titlis
Unerreichtes öV-Paradies
Eine solche Erschliessung würde auch bedeuten, dass der öffentliche Verkehr (öV) in der Schweiz horizontal wie vertikal optimal und tourismuswirksam erschlossen werden könnte: Ein dichtes Normalspur-Bahnnetz im Mittelland, ein attraktives, zusammenhängendes Schmalspurnetz in den Bergen. Ergänzt würde dieses Angebot durch die grossen Neat-Alpentransversalen mit optimalem Anschluss an die Flughäfen Zürich und Genf. Und schon wäre auch für die neue «Weltdestination» Andermatt ein Problem aus dem Granit geräumt: nämlich dasjenige des Individualverkehrs in der Region oberes Reusstal, Schöllenen, Gotthardpass, Gotthardtunnel-Südportal.
Die Schweiz als Tourismusland braucht Pioniertaten. Und dazu könnte gerade die Bahn – und mit ihr der öffentliche Verkehr als Ganzes – einen grossen Beitrag leisten.
15.11.2007
Saisonstart am Gurschen
Am 17. November werden die Lifte auf der Gurschenalp laufen. Die Pisten am Gemsstock selber sind noch nicht bereit. Zwar hat das Flies, mit dem ein Teil des Gletschers und vor allem die heikle Rampe zwischen Seilbahnstation und Gletscher geschützt wurden, auch dieses Jahr seine Aufgabe erfüllt: Rund 80 Prozent des Schnees konnten erhalten werden. Der Aufwand für die Herrichtung der Abfahrt wird deshalb kleiner. Starke Winde aber haben auch hier viel Schnee verfrachtet, und da die Pisten zum Teil über sehr steiniges Gebiet führen, braucht es mehr Schnee als auf einer Piste, die auf einer Alp liegt.
«Wenn wir nur auf die Rentabilität schauen würden, dürften wir erst eine Woche vor Weihnachten die Bahnen laufen lassen», sagte Peter Heinzer, Direktor der Andermatt Gotthard Sportbahnen gegenüber dem Tages Anzeiger. Die grosse Gästeschar fehle noch. «Wenn Samih Sawiris sein Resort baut, wird sich die Situation für uns deutlich verbessern», sagt Heinzer.
Gotthardregion arbeitet zusammen
Das neue Andermatt-Resort betrifft nicht nur den Kanton Uri. Die angrenzenden Kantone setzen sich heute schon mit einer künftigen Zusammenarbeit auseinander.
Ende letzter Woche trafen sich Vertreter der Region Gotthard. Mit dabei waren Behörden der Gemeinden Sedrun, Disentis, Andermatt, Tujetsch und Medel sowie Peter Heinzer von den Gotthard Andermatt Sportbahnen und Benno Nager von der AADC.
Auswirkungen über Gemeinde und Kantonsgrenzen hinaus
Die Exponenten der Gemeinde Andermatt, des Tourismusresorts von Sawiris und der Tourismusorganisation haben eingehend und kompetent über die verschiedenen Vorhaben orientiert. Es zeigte sich, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser grossen und einzigartigen Projekte weit über die Gemeindegrenzen von Andermatt reichen. Demnach drängt sich eine enge Zusammenarbeit im Gotthardraum auf, wie dies bereits bei der Richtplananpassung angedeutet wurde.
08.11.2007
Amerikanische Kor Hotel Group baut in Andermatt
Samih Sawiris hat den ersten Joint-Venture-Vertrag abgeschlossen. Er baut mit der Kor Hotel Group aus den USA das «Viceroy Andermatt».Die Andermatt Alpine Destination Company, die im Auftrag von Samih Sawiris dessen Ferienresort in Andermatt plant, und die amerikanische Kor Hotel Group haben einen Joint-Venture-Vertrag unterzeichnet. Wie Sawiris-Berater Franz Egle der Neuen UZ gegenüber erklärte, bauen die beiden Unternehmen gemeinsam das Fünfsternhotel Viceroy Andermatt. Geführt wird das Hotel gemäss Egle dereinst von der Viceroy Hotels and Resorts, der Hotelmanagement-Abteilung der Kor Group». Das Luxushotel im Andermatter Ferienresort wird 175 Zimmer anbieten können. Es soll nach Möglichkeit im Jahre 2011 eröffnet werden.
Weiter Informationen
Kor Hotel Group
Porträt Kor Hotel Group
PRinside.com: Viceroy plant Errichtung von Ferien-Resorts in Europa und dem Nahen Osten
07.11.2007
Blick aus dem «Hochparterre»
Andermatt, im Winter 2013 zum Ersten: Gäste aus aller Welt dinieren im «Gotthard», dem feinsten Restaurant des Luxushotels Bellevue. Ums Hotel ragen verschneite Tannen in den Nachthimmel, dazwischen blinzeln die Lichter der Schaufenster und Bars, der Appartements und Villen hervor. Alles glitzert. Ein schwerreicher Ägypter hat das totgesagte Urserntal wach geküsst.
Andermatt, im Winter 2013 zum Zweiten: Zwischen Bauruinen sammelt sich nasskalter Regen zu Pfützen. Läden und Beizen sind geschlossen. Einst kam ein schwerreicher Ägypter und versprach die goldene Zukunft. Er vergoldete seine eigene und zog weiter. Das Dorf versank in Tiefschlaf.
Zwei Szenarien, berschrieben von Rahel Marti, Redaktorin der Architekturzeitschrift «hochparterre». Hoffen wir mal, dass Szenario 1 die Wirklichkeit darstellen wird.
Lesen Sie den ganzen Aratikel…
05.11.2007
Wir Andermatter – ein Volk von Portiers und Zimmermädchen
Der Schriftsteller und Publizist Aurel Schmidt* hat vor Kurzem eine Kolumne auf onlinereports.ch geschrieben und widmete Andermatt darin zwei Abschnitte. Er bezeichnet Samih Sawiris als "neuen Messias". Und die Botschaft an die Andermatter zwischen den Zeilen: Seid froh und dankbar als Hotelportiers und Zimmermädchen einen Job zu finden. Lieber Aurel Schmidt, warum auch nicht, wenn die Kohle stimmt...Hier der Auszug aus der Kolumne:
"Die Menschen sind elend, hilflos, unselbständig. Sie befinden sich in einem dunklen Loch, aus dem sie aus eigenen Stücken nicht herauskommen.Kein Wunder: Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft. Steuerberater, Psychiater, Yogalehrer, Experten und Sozialagenten suchen Kundschaft und reden den Menschen ein, dass es ohne sie nicht geht. So erklärt sich das weit verbreitete Verlangen nach Führerschaft.
In Andermatt will der ägyptische Hotelier und Millionär Samih Sawiri das verschlafene Dorf vom Fatalismus des Umfahrungsverkehrs befreien und es in ein Premium-Resort umbauen. Ein Ski-Paradies soll entstehen - Schnee vorausgesetzt. Sonst muss es im Sommer ein Golfplatz tun, wo einst die Kühe weideten und die Milch für den Käse lieferten, den Goethe so sehr gerühmt hat. Die gestiegenen Boden- und Liegenschaftspreise von Göschenen das Reusstal hinunter bis Amsteg und Altdorf und von Airolo die Leventina hinunter sind die ersten Vorboten des neuen Frühlings.
Den Menschen in Andermatt ist ein Erlöser erschienen. Der Investor ist der neue Messias - auch wenn er im Urserental das Land für die Wohlhabenden und Verwöhnten in Besitz nimmt, falls sie in der Lage sind, den Preis (das heisst die Preise) dafür zu bezahlen. Die Andermatter sind froh und dankbar, als Hotelportiers und Zimmermädchen einen Job zu finden, abgesehen von ein paar Nobel-Boutiquen, für die sich schon Interessenten gemeldet haben. (...)"
Der Autor: Aurel Schmidt war bis Mai 2002 Redaktor der "Basler Zeitung" (vorher "National-Zeitung"). Er war mitverantwortlich für das jeden Samstag erscheinende "Basler Magazin" und verfasste zahlreiche philosophische Essays, Reise-Reportagen, Kommentare und Kolumnen. Schmidt lebt heute als Schriftsteller und freier Publizist in Basel.
Bild: Aurel Schmidt, Quelle: onlinereports.ch
03.11.2007
Informationsveranstaltung am 16. November
Lieber Urschnerinnen und Urschner
Am 16. November 2007 informieren die Exponenten des Tourismusprojektes in der Mehrzweckhalle über den Stand der Dinge. Themen: Verfahren, Quartiergestaltungsplanung, Verkehrsfragen, Hochwasserschutz und Nachhaltigkeit. Zudem wird auf die Herausforderung für die Urschner Gemeinden eingegangen. Und last but not least beantwortet Samih Sawiris Frage aus dem Publikum. Beginn des Anlasses: 19.30 Uhr.
01.11.2007
Warme Betten für Andermatt!
Viele Schweizer Tourismusorte haben ein Problem. Es gibt zu viele Zweitwohnungen – so genannte kalte Betten – die nur wenige Wochen pro Jahr besetzt sind. Das darf in Andermatt nicht passieren.In Laax (GR) – absoluter Spitzenreiter – beträgt der Zweitwohnungsanteil beispielsweise über 80 Prozent. Österreich hingegen zeigt, dass es auch anders geht. Im Tirol wurde die Quote für Zweiwohnungen auf 8 Prozent festgelegt. Zum Glück hat man in Andermatt die Gefahr erkannt. Kürzlich wurde im Dorf ein einjähriger Baustopp für Zweitwohnungen beschlossen. Zurzeit diskutiert der Gemeinderat gangbare Lösungen für das Dorf. Es sieht so aus, als strebe man einen maximalen Zweitwohnungsanteil von 50 Prozent an.
Zum Bericht im Urner Wochenblatt
30.10.2007
Knackpunkt Bahnhof
Zurzeit beschäftigt Samih Sawiris der Andermatter Bahnhof, der zwischen dem "neuen" und "alten" Dorf steht. Es sei eine grosse Herausforderung, das Resort und das Dorf zu verbinden. Sawiris am Symposium des Innterschweizer Heimatschutzes: «Wenn wir das nicht schaffen, haben wir versagt.» In Gesprächen werde nun nach einer guten Lösung gesucht.
Andermatt Vorzeigeprojekt für Europa
«Wir wollen in Andermatt ein Prachtstück schaffen. Damit haben wir die Chance, weiterhin in Europa tätig zu sein», sagte Sawiris am 26. Oktober anlässlich des Symposiums des Innerschweizer Heimatschutzes in Luzern. So sei auch seine am Roten Meer gebaute Feriendestination El Gouna zu einem Aushängeschild mit Vorzeigecharakter geworden.
Keine Monokultur schaffen
Weiter sagte er, dass er eine Monokultur um jeden Preis vermeiden will, weil dies das Resort kaputt machen würde. «Deshalb werde ich vorsichtig sein», erklärte Sawiris. «Es sollen Leute aus möglichst vielen verschiedenen Ländern nach Andermatt kommen, und nicht nur eine Gruppe.»
Pressebericht Symposium Innerschweizer Heimatschutz
29.10.2007
Künstler der Komplexitätsreduktion
In der Nummer 39 der Weltwoche hat Bruno Ziauddin versucht, Samih Sawiris zu porträtieren. Er charakterisiert die Persönlichkeit des „Pharao von Andermatt“ wie folgt:„Tatsächlich vereint Samih Sawiris zwei eher gegensätzliche Charaktertypen auf sich: den verspielten, mit selbsironischer Distanz kokettierenden Intellektuellen, schöngeistig und bibliophil. Und den Typus des unverzagten Geschäftsmannes, der sich nicht durch ein Labyrinth von Zweifeln und Selbstzweifeln kämpfen muss, bis er zu einem Entscheid gelangt, der eine ausgeprägte Fähigkeit zur Komplexitätsreduktion besitzt und zu einer binären Betrachtungsweise (gute Idee, schlechte Idee, verkauft sich, verkauft sich nicht).“
Ansturm auf Villen?
Während über die offiziellen Kanäle in den letzten Tagen nichts zu vernehmen ist, verlautet aus gutinformierten Quellen, dass der Ansturm v.a. auf die geplanten Resort-Villen sehr gross sein soll. Fast alle geplanten Villen seien so gut wie verkauft. Erstaunlich bei Kaufpreise von 2-5 Mio. Franken. Auf welcher Strasse mag das Geld wohl liegen?
22.10.2007
Bernhard Russi baut eigenes "Resort"
Während Samih Sawiris "Neuandermatt" plant, baut sich Ex-Skiass Bernhard Russi ein kleines Heimetli. Weitab vom Tourismustrubel aud den Wildenmatten.
Artikel auf zisch.ch
Trotz Sawiris braucht Uri Investitionen
Der Urner Tourismus ist im Aufwind. Nicht zuletzt dank Samih Sawiris. Dennoch, im Kanton Uri braucht es noch Investitionen.
Tendenziell dürfte 2007 eines der besten Urner Tourismusjahre werden. Im ganzen Kanton konnten bei den Übernachtungszahlen ein- und sogar zweistellige Zuwachsraten verbucht werden. Gemäss Andreas Banholzer von Tourist Info Uri geht es seit 2002 aufwärts.
Bald auf Spitzenniveau
Geht es so weiter, befindet sich der Kanton Uri punkto Tourismus wieder auf dem Spitzenniveau der Neunzigerjahre. Gründe: In den letzten Jahren ist es dem Kanton Uri gelungen, gute und grössere Events zu lancieren. Das hat mit Kulturschweiz im Jahr 2004 angefangen und sich bis heute weitergezogen.
Investitionen sind notwendig
Obwohl es so gut läuft, braucht es aus Sicht Banholzers noch ein Tourismusgesetz. Denn: Die Tourismusbranche sei eine der wenigen, die im Kanton wachse. Das heisst: Nicht zurücklehen und hoffen, dass mit Sawiris alles gut kommt. Vor allem bei der Koordination und der überregionalen Vermarktung besteht im Kanton Nachholbedarf. Genau darauf zielt das Toruismusgesetz ab: eine gesamthafte Förderung des Tourismus. Gemäss Banholzer würd dies den wirtschaftlichen Kreislauf antreiben.
Mehr Touristen heisst mehr Abwasser
Nach dem Bau von Samih Sawiris Ferienresort gäbe es in Andermatt nicht nur mehr Touristen, sondern auch zusätzliches Abwasser. Abwasser Uri plant bereits für Andermatt.
Das geplante Ferienresort brint dereinst nicht nur mehr Touristen, sondern auch eine zusätzliche Menge an Abwasser, für welche die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Andermatt aber nicht ausgelegt ist. Selbst die reduzierte Militärbelegung schafft keine freie Kapazität, da das VBS weiterhin auf sein Kontingent Anspruch erhebt.
Erweiterung ARA Andermatt
Somit bleibt nur eine Erweiterung der ARA Andermatt. Das kantonale Umweltgesetz regelt die Zuständigkeiten auf Ende 2009 neu. Per 1. Januar 2010 fällt somit die ARA Andermatt in die Zuständigkeit der Abwasser Uri. Um eine durchgehende Zuständigkeit auch während der Planung zu gewährleisten, beantragte die Gemeinde Andermatt, dass die Abwasser Uri die Projektzuständigkeit bereits heute schon übernimmt.
Zum Artikel
Ein kleiner Sawiris für Goms
Das Walliser Skigebiet Erner Galen ist gerettet. Der britische Unternehmer Bruno Prior zahlt einen Franken für die maroden Bahnen – und hat grosse Pläne.
Was für Andermatt Samih Sawiris ist, ist in Ernen der Briten Bruno Prior. Beide wollen verschlafene Alpendörfern touristisch aufwecken. Sawiris mit seinen Milliarden, Prior mit seinen Millionen.
Ihren Anfang nahm die Geschichte im März. Heinz Seiler, Präsident der Sportbahnen Erner Galen, schaltet ein Inserat: «Wir verschenken ein Stück Wallis». Ein ganzes Skigebiet sei zu haben, samt Bahnen, Pistenfahrzeugen, Bergbeiz und Schneekanone. Einzige Bedingung: Der Beschenkte muss die Sportbahn-AG samt ihren 12 Angestellten weiter führen. Das Echo war riesig; Ernen und sein Geschenk waren nicht nur in der Schweiz ein Thema, ausländische Zeitung berichteten ebenfalls prominent über Seilers Idee – auch die britische «Times». Viel Glück nach Ernen!
Artikel im Tages Anzeiger
18.10.2007
Kulturhäppchen: Ramadan in Kairo
Ramadan in Kairo. Fastenmonat der Muslime. Was aber macht ein christlicher Kopte wie Samih Sawiris in dieser Zeit des Stillstehens, Ruhens und der Enthaltsamkeit der islamischen Gemeinschaft?Soviel vorweg: Die christlichen Ägypter machen den Ramadan wohl oder übel mit. Wie die Muslims schliessen sie ihre Läden bereits am frühen Nachmittag und gehen nach Hause. Aber: Während sich die Muslime erst nach Sonnenuntergang Speis und Trank hingeben, essen die Kopten bereits eine Stunde vor Sonnenuntergang. Kaum setzen die Muslime sich dann an den Tisch, springen die Kopten auf. Unternehmer rasen nun über die leeren Strassen in ihre Firmen, Familienväter kutschieren Frau und Kinder zu Verwandten.
Auch manche muslimische Ladenbesitzer nutzen die Ruhe und öffnen ihre Läden kurz nach dem Fastenbrechen wieder. Das hat sich bei den nach Westen Orientierten herumgesprochen. Sie nutzen die Menschenleere zum Grosseinkauf. In den Einkaufswagen liegen teure Importprodukte: französischer Käse, Schweizer Schoggi und deutscher Honig. Die Kasse klingelt.
Hochkonjunktur auch für die Bettler. Nicht während oder nach, sondern kurz vor dem Fastenbrechen wittern sie ihr Geschäft und stellen sich an die grossen Umfahrungsstrassen. Denn: Ramadan ist die Zeit der Almosen. Aus den Autos werfen ihnen die Fahrer Geld zu. Geht die Sonne hinter dem Horizont unter, begeben sich die Bettler zu ihren ärmlichen Hütten hinter den Hügeln. In den Taschen einige Scheine. Das morgige Mahl ist gesichert.
16.10.2007
90 Prozent des Landes im Sack
Noch vor Kurzem kritisierte Samih Sawiris den Landpoker der Bauern. Jetzt besitzt er 90 Prozent der benötigten Fläche.
Die Flächen für die Hotels, Villen, Ferienwohnungen und das Sportzentrum sind gesichert, nachdem in den letzten Tagen verschiedene Kaufverträge unterzeichnet wurden. Sawiris hat 90 Prozent der 1,5 Mio. Quadratmeter Land im Sack. Für weitere acht Prozent des benötigten Landes bestehen gemäss Regierungsrat Isidor Baumann Absichtserklärungen. Sind auch diese Verträge unterschrieben, fehlen nur noch ein paar wenige, aber laut Sawiris-Berater Franz Egle für den Golfplatz wichtige Parzellen.
5 Bauern geben Betrieb auf
Gemäss Isidor Baumann geben lediglich 5 Bauern ihren Betrieb auf. Ein Bauer ist bereits weggezogen, für weitere Bauern zeichnen sich Lösungen im geplanten Resort ab.
Spekulationen um Kaufpreis
Und wieviel hat Samih Sawiris nun für den gesamten Landerrwerb an Bund, Privateigentümer und Pächter hingeblättert? Isidor Bauman will darüber keine Angaben machen. Im Tal wird von 40 bis 50 Mio. Franken gemunkelt.
05.10.2007
Älplermagronen in El Gouna
Schulferien in Andermatt vom 6. bis 21. Oktober. Gabtherad fährt auch in Urlaub. Nicht nach El Gouna. Aber es soll ja vermehrt Leute aus dem Urnerland geben die El Gouna erkunden, um sich ein genaueres Bild des Andermatt-Investors zu machen.Also, lieber Urnerinnen und Urner: Falls Ihr in Eure Herbstferien im «Venedig Ägyptens» verbringt – und nach zwei Tagen Heimweh habt – dann besucht das Restaurant «Pier 88». Dort verwöhnt Euch Marlis Seves aus Sedrun. Sie tischt Währschaftes auf aus der Schweiz: Älplermagronen, Pizzoccheri, Bündnerfleisch und Cordon bleu. Oder lieber ein butterzartes Steak? Dann ab ins «Le Deauville» an der Marina. En Guete und bis Ende Oktober!
Bild: Pier 88, Quelle: elgouna.com
02.10.2007
Das plant Orascom sonst noch...
Andermatt hier, Andermatt da. Was aber hat Samih Sawiris sonst noch in der Pipeline? Ein Überblick:

Folgende Projekte sind bereits realisiert:
El Gouna, Ägypten
Realisiert 1989
Erstes Tourismusprojekt von Samih Sawiris
http://www.elgouna.com/
Taba Heights, Ägypten
Realisiert 2000 am Golf von Akaba
http://www.tabaheights.com/

Folgende Projekte sind bereits realisiert:
El Gouna, ÄgyptenRealisiert 1989
Erstes Tourismusprojekt von Samih Sawiris
http://www.elgouna.com/
Taba Heights, ÄgyptenRealisiert 2000 am Golf von Akaba
http://www.tabaheights.com/
Tala Bay, Jordanien
Realisiert 2005
Sawiris' erstes Resort ausserhalb von Ägypten
http://www.talabay.jo/
Migros entdeckt Sawiris
In der Ausgabe Nr. 40 vom 1. Oktober 2007 kommt nun also auch das Migros Magazin nicht mehr um Samih Sawiris und Andermatt herum. Grund genug, die Links an dieser Stelle zu publizieren.
Migros Magazin: "Das Venedig Ägyptens"
Migros Magazin: "Andermatt im Golffieber"
01.10.2007
Samihs geflügeltes Wort
"Die Destination Andermatt wird einen Erstwohnungsanteil haben und wie in unseren andern Resorts wird es keine kalten Betten geben, sondern Vermietungspflichten."Samih Sawiris anlässlich einer Podiumsdiskussion, zu der die Immobilienfirma Engel & Völkers ins das Zunfthaus zur Meise in Zürich geladen hatte
Bausperre für Teile Andermatts
Im alten Dorfteil Andermatts darf vorläufig nicht mehr gebaut werden. Mit der Bausperre will der Gemeinderat das Problem der Zweitwohnungsnachfrag besser in den Griff kriegen. Das Gebiet des geplanten Tourismusresorts ist nicht betroffen.In letzter Zeit sei in Andermatt eine zunehmende Nachfrage nach Zweitwohnungen zu verzeichnen, heisst es seitens des Gemeinderates. Die Preise für Immobilien seien angestiegen und die Bautätigkeit nehme zu.
Kein unkontrollierter Zweitwohnungsbau
Bei der Genehmigung der Anpassung des kantonalen Richtplanes hat der Bundesrat am 31. Januar 2007 die Gemeinde Andermatt angehalten, Massnahmen gegen unerwünschte Verdrängungseffekte bei den Erstwohungen innerhalb des bestehenden Dorfes zu treffen, die mit einer allfällig erhöhten Zweitwohnungsnachfrage verbunden sind. Vor Kurzem wurde nun eine umfassende Revision der Ortsplanung in Gang gesetzt. Dabei werden auch Massnahmen zur Einschränkung eines unkontrollierten Zweitwohungsbaus geprüft. Für die Gemeinde Andermatt soll eine nachhaltige Entwicklung angestrebt werden. Ziel: Festlegen eines minimalen Erstwohnungsanteils, bzw. eines maximalen Anteils an Zweitwohnungen.
Bausperre ein Jahr
Die Bausperre gilt bis zum Inkrafttreten der laufenden Gesamtrevision der Ortsplanung, jedoch höchstens für ein Jahr. Grundstückeigentümer haben die Möglichkeit, Begehren für Ein- oder Umzonungen einzureichen. Entsprechende Gesuch sind dem Gemeinderat Andermatt zuzustellen.
Nullenergie für Andermatt
Im Blog der Architekturzeitschrift Hochparterre gesichtet. Bericht von Gantenbein. Anlass: Eine Podiumsdiskussion organisiert von Hochparterre:Von Gantenbein @ 15:01
Samih Sawiris sprach: «Ich werde viel investieren, damit die «Alpine Destination Andermatt» eine Null-Energie-Bilanz in Bau und Betrieb vorweisen kann. Die nötigen Studien sind veranlasst. Einerseits wird die Energie als «Clean Energy» produziert. Wir denken an eigene Wasserkraft, an Windkraft und an Sonnenenergie. Andererseits wird die Isolation der Hotels, Villen, Sportzentren und so weiter dem rauhen Klima im Gebirge trotzen. Unter dem Strich soll das Resort eine Null-Energie-Bilanz aufweisen.» Sawiris denkt dabei weniger an die Weltrettung als an den Profit. «Einerseits werden wir so ganz erheblich Geld einsparen. Anderseits wird uns ein energiemässig musterhaftes Resort grosse Vorteile fürs Image bringen. Dem Resort Andermatt, aber auch meiner ganzen Orascom-Gruppe. Die nötigen Investitionen werden denn auch aus der Gruppe mitfinanzieren.»
Samih Sawiris sprach: «Ich werde viel investieren, damit die «Alpine Destination Andermatt» eine Null-Energie-Bilanz in Bau und Betrieb vorweisen kann. Die nötigen Studien sind veranlasst. Einerseits wird die Energie als «Clean Energy» produziert. Wir denken an eigene Wasserkraft, an Windkraft und an Sonnenenergie. Andererseits wird die Isolation der Hotels, Villen, Sportzentren und so weiter dem rauhen Klima im Gebirge trotzen. Unter dem Strich soll das Resort eine Null-Energie-Bilanz aufweisen.» Sawiris denkt dabei weniger an die Weltrettung als an den Profit. «Einerseits werden wir so ganz erheblich Geld einsparen. Anderseits wird uns ein energiemässig musterhaftes Resort grosse Vorteile fürs Image bringen. Dem Resort Andermatt, aber auch meiner ganzen Orascom-Gruppe. Die nötigen Investitionen werden denn auch aus der Gruppe mitfinanzieren.»
Ist es Sawiris ernst? Wir werden sehen. Er sagte an einer Podiumsdiskussion, zu der die Immobilienfirma Engel & Völkers ins das Zunfthaus zur Meise in Zürich geladen hatte: «Ich bitte Hochparterre, das Projekt Andermatt und mich auf diesen Aussagen zu behaften.» Wir gaben zurück, dass wir nächste Woche gerne mit ihm aufs Grundbuch kämen und ihm zuschauten, wie er dort Verpflichtungen einschreibe. In der munteren Debatte mit Hanspeter Danuser, dem Kurdirektor von St. Moritz schoss Sawiris einen Vogel ab. Er kann sein Milliarden-Vorhaben, für das im nächsten Frühjahr die Baugruben aufgehen, nur realisieren, weil der Bundesrat für ihn die Lex Koller aus den Angeln hob. Bekanntlich soll dieses Gesetz nun aufgehoben werden. «Ich finde das schlecht. Die Einheimischen brauchen Schutz und bezahlbaren Wohnraum. Die Aufgabe der Lex Koller wird das erschweren.» Die Destination Andermatt werde einen Erstwohnungsanteil haben und wie in seinen andern Resorts werde es keine kalten Betten geben, sondern Vermietungspflichten.»
Bild: Samih Sawiris, Quelle: Hochparterre-Blog
Gotthardregion weiter stärken
Durch das Projekt Raum und Regionalentwicklung (Prego) und das Tourismusprojekt in Andermatt wird die Region gestärkt. Trotz dem Aus der Porta Alpina.
Der Urner Regierungsrat stellt sich klar hinter die aufgegleisten Projekte, die den Gotthardraum als wichtiges Marktgebiet etablieren sollen. Einerseits setzt man auf das Tourismusprojekt von Samih Sawiris, das gemäss Justizdirektorin Heidi Zgraggen zur „Stärkung der Marke Gotthard beitragen und entscheidende Impulse für eine Erfolg versprechende Entwicklung liefern“ soll.
Gleiches will man mit Prego erreichen. Ziele bis 2020: Eine starke Position im alpinen Tourismusmarkt, Etablierung der Marke Gotthard, ein Tarifverbund im Raum Disentis-Sedrun-Andermatt-Tessin-Goms. Wichtig erscheint der Regierung dabei die Infrastrukturplanung. Zurzeit wird für das Urserntal ein Gesamtheitskonzept und ein Natur- und Landschaftskonzept erarbeitet.
Braucht es Prego überhaupt?
Braucht es Prego noch, nachdem die Porta Alpina gestorben ist? Regierungsrat Isidor Baumann hält dazu fest, dass die Porta Alpina nicht das Fundament des Prego sei. Auch die Kritik, dass zwischen den Gotthardkantonen kaum ein gleicher Nenner zu finden sei, weist Baumann von sich: Die Zusammenarbeit werde weitergeführt. Man brauche trotz Sawiris neue gute Produkte.
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