27.08.2007

Andermatt Gotthard Sportbahnen: Aktienkurs verdoppelt

Eine glatte Verdoppelung des Aktienkurses haben im vergangenen Monat die Andermatt Gotthard Sportbahnen erlebt. Sawiris-Effekt? Seitdem Samih Sawiris in Andermatt ein Resort plant und seine Pläne auch noch auszuweiten scheint, haben einige Investoren Gefallen an den Titeln der Sportbahnen gefunden. Sie hoffen, die Bahn werde bei einem möglichen Tourismusboom in der Region stark profitieren. Die Papiere stiegen von Fr. 6.50 auf 13 Fr. Der grosse Kursanstieg wird aber durch das – trotz der erhöhten Nachfrage – nach wie vor geringe Handelsvolumen relativiert. Wie viele Nebenwerte sind auch die Titel der Sportbahnen sehr illiquid, so dass so grosse Kursausschläge schnell möglich sind.

21.08.2007

Die richtige Einstellung

"I grew up in Andermatt, but live in Southern California (Mammoth) now. I have skied all over the world and Andermatt is still one of the best for serious skiers that want great snow! The new management on the Gemstock is doing a fine job, keep it up! "

Benno Nager, COO der Andermatt Alpine Destination Company (AADC), am 31.01.2000 im goski.com Resort-Forum.

Das geflügelte Wort

"Meine einzige politische Ambition ist, dass die Menschen uns (Orascom) hier wollen – während des Projektes, und auch dann, wenn dieses einmal abgeschlossen ist. Das Gefühl willkommen zu sein, das ist mein Ziel."

Samih Sawiris gegenüber swissinfo.ch auf die Frage, wie aktiv er politisch werden wolle, wenn Orascom im Zuge des Resort-Projektes einmal der grösste Arbeitgeber in Andermatt werden sollte.

20.08.2007

Geschichten von Zgraggen Schagg: Sport statt Stacheldraht

Höchste Zeit, wieder einmal ein Zückerchen des begnadetsten Uri-Bloggers, Zgraggen Schagg, zu publizieren. Schmunzeln erlaubt.

20.07.2007
Andermatt: Sport statt Stacheldraht
Von schagg.zgraggen @ 17:01

"Das riesige Tourismus-Grossprojekt des Ägypters Samih Sawiris in Andermatt und Hospental ist seit heute ganz konkret. Herr Sawiris hat laut Medien offenbar heute alle Projektstudien gezeigt. Was mir gefällt: die globalisierte Schickeria und der lokale Bergler-Stamm werden nicht durch Mauern, Stacheldraht oder gar durch Landminen getrennt. Im Gegenteil! Herr Sawiris respektiert ein Anliegen Andermatts: Die geplante Sportanlage soll das neue Resort mit dem alten Dorf verbinden. Keine Beiz, kein Kinderspielplatz, kein Parkplatz und kein Bordell, nein, der Sport verbindet die Welten.Wir dürfen uns nun darauf freuen, dass Adolf Ogi unweigerlich die Eröffnungsrede halten wird. Und noch mehr freue ich mich, wenn drahtige Urnerinnen und Urner den magersüchtigen Models und den gelifteten Hedge Fund-Managern davonjoggen. Aber: Falls völlig überraschend die Schickeria die Einheimischen besiegen sollte, dann ist das nicht so schlimm. Sicher können sich die Andermatter einen Schickeria-Psychiater leisten."


Bild: Zgraggen Schaggs E-Visitenkarte

"Zurückgebliebenes Hochtal"

Am 17. August befasste sich die renommierte Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einem Leitartikel mit der Abschaffung der Lex Koller. Unserem attraktiven Land drohe die Zersiedelung. Angespielt wird u. a. auf das Tourismus-Resort im Urserental: "Der noch bestehende Gesetzesrahmen gestattet schon jetzt Ausländern, im grossen Stil in der Schweiz tätig zu sein. Der ägyptische Investor Samih Sawiris plant in Andermatt eine weitläufige Ferienanlage - eine Hoffnung für die Menschen in dem zurückgebliebenen Hochtal am Gotthard und konzipiert mit dem Einverständnis der Naturschützer. " Hoffnung ja, aber zurückgeblieben? Weiter zum Artikel in der FAZ...

17.08.2007

Bisherige Schritte der öffentlichen Hand

Vergessen wir ob all der Medienpräsenz von Samih Sawiris die öffentliche Hand nicht. Hier ein kleiner Überblick, was auf Behördenseite bisher alles abging.

Bisherige Schritte
Alles zum Andermatt-Resort auf der Kantonswebsite

13.08.2007

So könnten die Villen aussehen

Die Architekturbüros Scheitlin-Syfrig+Partner sowie «Masswerk» werden - falls sie den definitiven Zuschlag erhalten - Villen im Andermatt-Resort bauen. Insgesamt 50 Villen würden entstehen. Die Architekten haben Entwürfe für zwei Villenprototypen eingereicht: 300 und 550 Quadratmeter Wohnfläche.

«Bis jetzt war es erst ein Warmlaufen», sagte Matthias Baumann vom Büro «Masswerk» gegenüber der Online-Plattform zisch.ch. «Zuerst müssen die Sawiris-Leute Käufer für die Villen finden. Daraus resultieren dann allenfalls weitere Architekturaufträge.» Die von «Masswerk» geplanten Villen dürften um die 2 respektive 4 Millionen Franken kosten.


Bild: Golfen vor dem Haus - Steinboden und Kuhfell im Innern:
Grosse Villa, geplant von der Arbeitsgemeinschaft Masswerk (Kriens)
und Graber & Pulver (Zürich). Bild: Architron

Hintergrund: "Sawiris macht vorwärts" (Quelle: Schweiz Aktuell)

Erneuerbare Energien für Resort?

Landrat Armin Braunwalder (GB Uri, Erstfeld) ist überzeugt: Die Strom- und Wärmeversorgung des geplanten Ferienresorts Andermatt kann zu 100 Prozent durch einheimische erneuerbare Energien gedeckt werden. Braunwalder lässt seiner Überzeugung Taten folgen: Er hat eine kleine Anfrage zu diesem Thema eingereicht. Klar ist, dass der Regierungsrat dem Investor nicht vorschreiben kann, dass die Wärme- und Stromversorgung des Ferienresorts zu 100 Prozent aus einheimischen, erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Braunwalder setzt darauf, dass Samih Sawiris dieses Ziel aus eigener Überzeugung erreichen will und hofft, dass die Urner Regierung dabei tatkräftige Unterstützung bietet. Siehe auch Beitrag "Ohne (Öko-)Strom kein Licht"

08.08.2007

Weiteres VBS-Land für Resort?

Gemäss Tages Anzeiger tritt das Militär möglicherweise weitere Flächen an Samih Sawiris ab. Sie würden gut in das Tourismus-Projekt passen. Gespräche stehen an. Das VBS und Sawiris sind erneut am Verhandeln. Es geht um zusätzliche Flächen, die die Planer des Resorts allenfalls gerne überbauen würden. Das Gebiet ist kleiner und liegt direkt nördlich des Bahnhofs – an einem für Andermatt zentralen Ort. Bis anhin hiess es im VBS stets, dass diese Parzellen nicht zur Verfügung stünden. Offenbar sieht es heute anders aus. «Wir wurden angefragt, ob wir auch dieses Gebiet zur Verfügung stellen können», sagt Ulrich Appenzeller, Leiter Immobilien bei armasuisse. Gespräche sind für Mitte September angesagt. «Samih Sawiris wird das Angebot des VBS prüfen und überlegen, ob sich dieses Gelände in das Resort integrieren lässt», sagt Franz Egle. Egle ist Verwaltungsrat der Firma «Andermatt Alpine Destination Company», die das Resort erstellt. Samih Sawiris hat wiederholt betont, dass er sein Resort gerne mit dem alten Andermatt verbinden würde. Die nun zur Diskussion stehenden Parzellen der Armee bilden eine Art Riegel zwischen den geplanten Anlagen und dem bestehenden Dorf. Es stehen dort Werkhallen, ein Kommandogebäude, die Heizzentrale und die relativ neue Mehrzweckhalle; in dieser Halle pflegt Sawiris jeweils die Bevölkerung über seine Pläne zu informieren. Zum Artikel

Verhandlungen mit Bauern: Es geht vorwärts

Bislang wurden die Bauern, die ihr Land zur Verfügung stellen müssen und auf Ersatz warten, auf eine Geduldsprobe gestellt genauso wie jene Landwirte, die bereit sind, ihren Betrieb im Urserntal aufzugeben. Das sorgte bisweilen für Unmut. Jetzt gehts vorwärts. «Bis Ende Sommer sollen konkrete Ergebnisse vorliegen», sagt Markus Baumann, Vorsteher des Amts für Landwirtschaft. Er begleitet die Verhandlungen der Sawiris-Firma Orascom mit den Bauern im Urserntal. Und er ist zuversichtlich, «dass wir für alle Beteiligten eine nachhaltige und vernünftige Lösung finden». Verhandlungen brauchen Zeit Derzeit führen Kanton und Orascom intensiv Gespräche mit den einzelnen Landeigentümern. «Wir haben alle nötigen Abklärungen getroffen und sind jetzt daran, Verträge abzuschliessen», sagt Baumann. «Letztlich muss es vor allem für die Bauern stimmen.»

07.08.2007

Bundesträtliches Lob für Adermatter

Die Andermatter bekamen anlässlich der 1. August-Ansprache von Christoph Blocher bundesrätliches Lob. Mit den Entscheiden zum Tourismusprojekt des Ägypters Sawiris, mit den Debatten um das Für und Wider, habe man nach urdemokratischer Tradition gehandelt und gezeigt, wie die Schweiz funktioniere: «Von unten nach oben!»

Grössere Investition als geplant?

Bisher war von einer Investion von 500 Mio. US-Dollar die Rede. Mittlerweilen spricht man von einer Milliardenivestition ins geplante Tourismusresort. Samih Sawiris will in Andermatt laut Urner Wochenblatt vom 4. August 2007 mehr Geld als ursprünglich geplant investieren, nämlich mindestent eine Milliarde US-Dollar. Zur Erhöhung der Investitionssumme sagte Samih Sawiris in einem Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung, Orascom wolle die meisten Hotels in der eigenen Hand behalten. Weiter sagte er, dass direkt und indirekt mehrere Tausend Personen durch das Resort eine Beschäftigung finden würden. Einfach "Andermatt" Zur Frage, wie die Destination heissen werde, sagte er: "Einfach Andermatt. Alles andere macht keinen Sinn."

Ohne (Öko-)Strom kein Licht

Die Energieversorgung des künftigen Resorts war bisher - zumindest in der Öffentlichkeit - kaum ein Thema. Das ist erstaunlich. Denn: Vom ökologischen Aspekt her ist sie ein zentrales Thema. Angesichts des "global warming" durch die Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstroffen sowie der drohenden Versorgungsengpässe bei Erdöl, Erdgas und Elektrizität stellt sich die Frage, welche Strategie Samih Sawiris bei der Energieversorgung des Resorts verfolgt. Setzt er auch hier neue Zeichen? Baut er die Gebäude lediglich nach geltenden Bauvorschriften? Oder erstellt er sie zumindest nach Minergie-Standard? Wie wird die Raumwärme für die Gebäude erzeugt? Setzt der Investor hier konsequent auf die Nutzung der Abwärme von Maschinen, elektrischen Geräten und Menschen sowie erneuerbare Energien wie Erdwärme, Sonnenenergie, Holz und Biogas? Kommen im künftigen Resort stromsparende Technologien zum Zug - von der Beleuchtung über Umwälzpumpen bis zu hoch effizienten Haushaltsgeräten? Potenzial im Urserntal vorhanden Potenzial für eine ökologische Energieversorgung ist im Urserntal zur Genüge vorhanden. Drei neue Windkraftanlagen auf dem Gütsch können zusätzlich vier Millionen Kilowattstunden liefern - genug Ökostrom für die Versorgung von 1000 Durchschnittshaushalten. Das von der IG Witenwasseren zur Realisierung vorgeschlagene Wasserkraftwerk Mutten-Sunnsbiel würde jährlich rund 40 Mio. Kilowattstunden liefern - genug Ökostrom, um zwei Dörfer von der Grösse Erstfelds zu versorgen. Ein Biogaskraftwerk, das biogene Abfälle aus urschner Haushalten, Hotels und Landwirtschaft verwertet, könnte neben Ökostrom auch Abwärme zur Beheizung von Gebäuden des Resorts liefern. Imagegewinn und Kompensation Mit einer Strategie, die den Energieverbrauch des Resorts auf ein Minimum reduziert, wird es möglich, die Wärme- und Stromversorgung zu 100 Prozent aus einheimischen, erneuerbaren Energien sicherzustellen. Ein doppelter Gewinn für Sawiris: Erstens würde dies das bereits positive Image des Investors weiter untermauern. Zweitens könnte so ein wesentlicher Kompenstationsbeitrag geleistet werden für die klimaschädigenden Treibhausgase, die die Gäste des Resorts bei ihrer An- und Rückreise erzeugen werden. Mehr noch: Mit dieser Strategie würde im Urserntal nicht nur europa-, sondern weltweit ein einmaliges Vorzeigeprojekt realisiert.

22.07.2007

Quartiergestaltungspläne werden erstellt

Seit dem 20. Juli 2007 ist bekannt, wer das neue Andermatt planen wird. 29 Architektenteams sind von der achtköpfigen Jury ausgewählt worden. Im nächsten Schritt werden nun die Quartiergestaltungspläne erstellt. «Wir haben in den letzten Tagen wichtige architektonische Entscheide getroffen», sagte Investor Samih Sawiris anlässlich der Bekanntgabe der Architekturteams für das Tourismusprojekt Andermatt. «Wir sehen nun, dass Vorschläge der Architekten komplementierend mit der Seele des Dorfes wirken.» Mit der Auswahl der namhaften und international vertretenen Architekturteams ist man nun einen weiteren Schritt näher an der Realisierung des Grossprojektes in Andermatt. Es sind 29 Architekten, die in den nächsten Monaten das neue Andermatt gestalten werden. Zudem wurde bekannt gegeben, dass die Andermatt Alpine Destination Company (AADC), die das Tourismusprojekt realisiert, von Benno Nager als Chief Operating Officer (COO) geführt wird. «Es freut uns ausserordentlich, einen so kompetenten Mann verpflichtet zu haben», so Samih Sawiris zu seinem neuen Teammitglied. Zusammenspiel mit dem bisherigen Stil Bei der Auswahl der Architekturteams waren verschiedene Aspekte ausschlaggebend. «Unter anderem war das Zusammenspiel mit dem bisherigen Stil des Alpendorfes wichtig», betonte der Leiter der Auswahljury, Kurt Aellen. Selbst eines der wichtigsten und grössten Projekte, das Sportzentrum, soll sich geschmeidig in die bisherigen Strukturen einfügen. Zwei Projekte wurden vorgestellt. Beide beeindrucken mit einer selbstverständlichen Einbindung in die Umgebung. Der wohl wichtigste Teil wird das Zentrum sein. Hier gelte es, das Programm einer gewachsenen Struktur darzustellen. Die Lebendigkeit eines Dorfkernes soll eingefangen werden. Traditionelle Elemente der Stein- und Holzarchitektur, die man in Andermatt vorfindet, werden dabei konsequent weiterverfolgt. «Touristen möchten die Tradition sehen, aber auch Komfort erleben», so Kurt Aellen. «Die Vorschläge der Architektenteams sind homogen und doch diversifiziert», sagte Samih Sawiris begeistert. Akzeptanz bei den Einheimischen wichtig «Unsere anfänglichen Ideen wurden somit voll und ganz umgesetzt.» Für den Investor ist es wichtig, dass das Tourismusprojekt zuerst von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert wird. Sie seien seine ersten Kunden. Auch zur Einhaltung des Zeitplanes gab man sich vorwiegend positiv. In einer nächsten Phase werden nun alle Projekte und Vorschläge von den Architekten überarbeitet. Am 10. September folgt ein erster Workshop, bei dem alle Ideen an einen Tisch gebracht werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden, den Architekten, Umwelt- und Technikspezialisten werden diese genau analysiert. Dreimal wird man dieses Prozedere wiederholen, damit bei der Eingabe keine bösen Überraschungen warten. Man rechnet damit, dass man Anfang Mai die Bewilligung für die Quartiergestaltungspläne auf dem Tisch liegen hat. Eine erste Bauphase soll im Frühjahr 2009 beginnen, und die Inbetriebnahme der ersten Etappe ist auf Ende 2010 geplant. Um welche Bauten es sich in der ersten Bauetappe handelt, ist bisher nicht bekannt. «Wir sind sehr zuversichtlich, den Zeitplan einzuhalten», sagte Samih Sawiris abschliessend. Und der Ägypter schien bereits Gefallen an Schweizer Eigenarten zu entwickeln. «Ich habe in der Schweiz gelernt, dass es manchmal besser ist, langsam, aber sicher vorzugehen.»

Benno Nager COO der Andermatt Alpine Desination Company

Mit Benno Nager wird ein gebürtiger Andermattner zur wichtigen Person rund um das Projekt.
Nach seiner Lehre zum Tiefbauzeichner sowie einem beruflichen Abstecher zum Bau des Furka-Basistunnels wanderte er im Alter von 21 Jahren nach Kalifornien aus. Bei verschiedenen Skiresortbetreibern durchlief Benno Nager eine beeindruckende Karriere. Unter anderem war er Vice President of Operations der beiden Skigebiete Big Bear und Snow Valley. Der Andermatter wurde zudem Planungschef von Mammoth Mountain, einem der grössten Skiresorts Nordamerikas. Später verlagerte er seinen Aufgabenbereich in die Entwicklung von Golfplätzen, Apartmenthotels sowie in den Bau von über 500 Ferienwohnungen und war verantwortlich für den Bau zweier Hotels. Benno Nager tritt seine Stelle als COO der Andermatt Alpine Destination Company am 1. September an. Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes.

17.07.2007

Hintergrund: Ein Tal voller Forscher

Keine andere Landschaft der Schweiz wird so genau erforscht wie das Urserntal im Kanton Uri – von Historikern, Botanikern und Biologen. Der erste Impuls kam aus dem Tal: Im Jahr 2002 beauftragte die Korporation Ursern den Basler Geschichtsprofessor Martin Schaffner mit der Sanierung des umfassenden, aber ungeordneten Talarchivs. «Wenn das Tal eine Zukunft haben soll, muss sich in den Köpfen der Menschen einiges ändern. Darum müssen wir uns mit unserer Geschichte befassen», hatte der damalige Talammann Karl Danioth erklärt. Die Talgemeinde blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück, über 90 Prozent des Urserntals sind in ihrem Besitz: die ganze grandiose Landschaft zwischen den Pässen Oberalp, Gotthard und Furka mit den Orten Andermatt, Hospental und Realp. Was mit einer historischen Auftragsarbeit begann, hat sich auch dank der Unterstützung durch Korporation und Kanton Uri zu einer für die Schweiz ungewöhnlich praxisnahen Zusammenarbeit von Historikern, Botanikern und Biologen entwickelt: Christian Körner, Professor für Botanik an der Universität Basel, forscht seit 16 Jahren auf der Furka, wo er zusammen mit der Botanikerin Erika Hiltbrunner eine alpine Forschungs- und Ausbildungsstätte aufgebaut hat. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen war ursprünglich nicht geplant, denn obwohl alle Wissenschafter der Uni Basel angehören, kannte man sich nicht. Es war die Korporation Ursern, die den Kontakt zwischen Geistes- und Naturwissenschaftern herstellte. Inzwischen arbeiten auch Forscher aus den Instituten für Geoumweltwissenschaften und für europäische Ethnologie der Uni Basel im Tal. Seit klar ist, dass der ägyptische Investor Samih Sawiris voraussichtlich im nächsten Frühling mit dem Bau einer riesigen Tourismusanlage beginnen wird, herrscht in Andermatt Aufbruchstimmung. Es mehren sich die Baustellen, die touristische Hochblüte wird freudig erwartet. Im Jahr 2003, als die Projektgruppe des Historischen Seminars Tausende von Dokumenten aus der Zeit von 1800 bis 1950 zu sichten begann, war das anders. Mit dem Abbau der militärischen Präsenz in den 1990er Jahren war ein Vakuum entstanden, eine kollektive Depression, die sich unter anderem in einer starken Abwanderung äusserte. Während eines Jahres entzifferten, bewerteten und ordneten die Historiker damals jedes Dokument und nahmen es je nach Gehalt in den neuen Bestand auf. Nach der Erstellung dieses für den Alpenraum einzigartigen Archivs (das heute im Rathaus von Andermatt zugänglich ist) folgte eine wissenschaftliche Auswertung in Form mehrerer Forschungsarbeiten. Ein wichtiges Thema war die Tourismusgeschichte des Tals: Schon vor 150 Jahren hat Andermatt einen radikalen Wandel erlebt, als es sozusagen über Nacht von einem kleinen Dorf an der Route über den Gotthardpass zu einem Reiseziel für die wohlhabende Oberschicht wurde. Noch vor der Eröffnung des Gotthardtunnels im Jahr 1882 entstanden drei Grand-Hotels. Die Engländerinnen, die damals in Kutschen angefahren kamen, hatten klare Vorstellungen von den Alpen. Die Realität war anders: «Die Städter mochten beispielsweise keine frische Milch, weil sie nach Stall riecht. Also wurde die Milch aufgekocht, abgekühlt und für die Touristen wieder auf Kuhtemperatur aufgewärmt», erzählt Silvia Scheuerer. Die Historikerin arbeitet an einer Dissertation zum Thema «Das Hotel als Plattform des Kulturtransfers», in deren Rahmen sie mit Zeitzeuginnen der Frage nachgeht, ob und wie das idealisierte Alpenbild der Städter zu dem der Einwohner geworden ist. Ein anderer Aspekt ist die Nachhaltigkeit des damaligen Tourismus: «Den ersten Globalisierungsschock erlebte das Dorf nach dem Ersten Weltkrieg, als die Touristen plötzlich ausblieben», erzählt Silvia Scheuerer. Doch im Unterschied zum heute geplanten Sawiris-Grossprojekt wurden die damaligen Tourismusprojekte von Unternehmern aus dem eigenen Tal lanciert, die als Vermittler und Übersetzer zwischen den Erwartungen der Touristen und der Talbevölkerung wirkten. Inhaltlich eng verknüpft ist eine Forschungsarbeit zur Bedeutung der Landwirtschaft im Urserntal von 1950 bis heute – Rahel Wunderli führt für dieses Oral-History-Projekt Interviews mit Bewohnern des Tales. Mit der Perspektive des Sawiris-Projekts beginnt man in Andermatt heute zu realisieren, dass die Landschaft tourismuskonform sein muss: Erwünscht ist ein möglichst vielfältiger Naturraum, in dem man gerne wandert und sich aufhält. Gerade dieses Ziel ist aber nur mit der traditionellen Landwirtschaft zu erreichen: Grosse Teile der Landschaft sind zum Beispiel nach dem Rückzug der Landwirtschaft verbuscht und damit für Fussgänger kaum mehr passierbar. Auf der Fahrt von Andermatt auf den Furkapass zeigt die Botanikerin Erika Hiltbrunner auf die Grünerlen, die sich am Talhang über weite Strecken ausgebreitet haben. Die Korporation hat sie gebeten, eine Strategie gegen das grüne Dickicht zu entwickeln, denn Grünerlenbüsche lassen sich, wenn sie einmal Fuss gefasst haben, kaum mehr roden. Dazu kommt, dass sie die Stabilität der Hänge untergraben, weil mit einer Monokultur die unterirdische Vielfalt der Wurzeln abnimmt: «Biodiversität ist eben auch aus Gründen der Sicherheit relevant», betont Erika Hiltbrunner. Hochdiverse Pflanzendecken, die aus vielen Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzellängen bestehen, wirken durch dieses reich strukturierte Wurzelwerk der Gravitationskraft entgegen und stabilisieren die Steilhänge. Es ist bereits der sechste Sommer, den Erika Hiltbrunner auf dem Furkapass auf 2450 Metern Höhe verbringt. Die neue alpine Forschungs- und Ausbildungsstation ist ein Projekt der Universität Basel und der Korporation Ursern. Sie ist in der Schweiz die einzige Forschungsstation oberhalb der natürlichen Waldgrenze und befindet sich in Gebäuden des ehemaligen militärischen Truppenlagers. Gleich hinter der Militäranlage werden seit Mai letzten Jahres neun verschiedene Pflanzenarten des Gletschervorfeldes einer erhöhten Kohlendioxidkonzentration ausgesetzt, wie sie für das Jahr 2070 erwartet wird. Jede Pflanze wurde zuvor ausgegraben, gewogen und wieder in den Boden eingepflanzt. Der Versuch ist auf drei Jahre angelegt. Bisherige Beobachtungen zeigen, dass die Pflanzen des Gletschervorfeldes auf ein erhöhtes CO 2 -Angebot nicht mit einem grösseren Wachstum reagieren. Ein anderes Projekt untersucht den Einfluss einer nachhaltigen Beweidung auf den Wasser-Ertrag in alpinen Einzugsgebieten. Dank dem neuen Archiv kann Erika Hiltbrunner in Erfahrung bringen, wie die Landnutzung in früheren Zeiten ausgesehen hat: «Ich sehe beispielsweise, welche Zonen wann mit welcher Viehdichte genutzt wurden. Wo heute Grünerlen stehen, weideten früher die Geissen. Oder ein anderes Beispiel: Wenn ich lese, dass die Bäume des Schutzwaldes aus dem Schwarzwald stammen, wird mir sofort klar, weshalb sich die Bäume hier oben nicht versamen.» Der Basler Biologe Daniel Küry erforscht Quellen und die Frage, wie deren Lebensraum aufgewertet werden kann. Geplant ist ein internationales und interdisziplinäres Alpenquellen-Projekt, das auch eine Untersuchung über die historische Bedeutung von Trinkwasserquellen enthält. Wie reich der Lebensraum Quelle ist, demonstriert Küry auf der Nordseite des Gotthards. Von Auge erkennt er auf einem Stein die ebenso winzigen wie wichtigen Quellbewohner: Alpenstrudelwurm, Eintagsfliege und Sumpfkäfer. «Was uns alle verbindet sind ebenfalls Quellen – die mangelnden Geldquellen nämlich», meint Erika Hiltbrunner. Am Tisch im renovierten Archivraum, wo sich die Forscher austauschen, wird aber deutlich, dass es noch ein anderes gemeinsames Anliegen gibt. Martin Schaffner formuliert es folgendermassen: «Wir alle möchten, dass die Verfügbarkeit über Ressourcen wie Boden, Wasser und Landschaft im Tal bleibt.» Die Landschaft soll tourismuskonform sein: Erwünscht ist ein Naturraum, in dem man gerne wandert. (Quelle: NZZ Online / NZZ am Sonntag, Daniela Kuhn)

12.07.2007

Andermatt Alpine Destination Company: Medienkonferenz am Freitag, 20. Juli

Medienkonferenz am Freitag, 20. Juli 2007, 11.00 Uhr, Aula Bodenschulhaus, Andermatt. Themen:
  • Präsentation der eingereichten Architektur-Projektstudien und Bekanntgabe der für die Entwicklung der Quartiergestaltungspläne ausgewählten Architekturteams.
  • Vorstellung des neu ernannten Chief Operating Officers (COO) der Andermatt Alpine Destination Company (AADC)
  • Die weiteren Schritte bei der Realisierung des Ferienresorts.

Anwesend sein werden Samih Sawiris, Chairman Orascom Hotels & Development, Max Germann, architektonischer Berater AADC, Benno Bühlmann, Projektleiter Ferienresort seitens des Kantons Uri sowie die Mitglieder des Architekten-Auswahlgremiums.

02.07.2007

Noch ein Resort im Urserntal?

Das Resortfieber grassiert immer stärker im Urserntal. Nach dem Sawiris-Projekt in Andermatt, will ein weiterer Investor auch in Realp ein Tourismusprojekt realisieren. Gesprochen wird von einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe.

Da und dort wurde gemunkelt, seit der Gemeindeversammlung vom Donnerstag, 28. Juni, in Realp ist es bestätigt: Ein auswärtiger Investor beschäftigt sich mit der Vision, in der Fuchsegg ein Ferienresort zu realisieren. Dafür wäre er bereit, mehrere Millionen Franken zu investieren. Wie Gemeindeschreiber Karl Cathry gegenüber dem «Urner Wochenblatt» bestätigte, wurden erste Gespräche – auch bei kantonalen Stellen – geführt. So wurden Abklärungen beim Amt für Raumplanung getroffen, und auch der Volkswirtschaftsdirektor sei entsprechend informiert worden. «Nun liegt es am Investor, der Gemeinde konkrete Unterlagen zu liefern», erklärt Karl Cathry.

Regierung: Standort ungeeignet
Anders sieht es die Urner Regierung. «Das Gebiet oberhalb von Realp eignet sich nicht, um hier ein Tourismusprojekt zu verwirklichen», sagte Justizdirektorin Heidi Z'graggen gegenüber der Urner Zeitung. Der Grund: 2005 hat der Regierungsrat verschiedene Standorte im Urserental für das von Sawiris geplante Tourismusresort beurteilt. Dabei wurde auch der Standort GalenstockFuchsegg unter die Lupe genommen. Der Regierungsrat kam zum Schluss, dass sich das Gebiet für das Projekt nicht eignet. Dies vor allem aus Gründen des Landschaftsschutzes.

29.06.2007

Gotthard: Nicht nur Sawiris-Projekt

Kleine Zwischenbemerkung, bevors vergessen geht: Der Gotthard ist schon länger eine touristische Attraktion, und nicht erst, seit Samih Sawiris Andermatt in eine Weltdestination à la St. Moritz "verwandeln" will.

Auch die Porta Alpina, die Gotthardstrecke als Unesco-Kulturerbe zur Beibehaltung der SBB-Bergstrecke von Göschenen nach Andermatt sowie die Dampfbahn der Furka-Bergstrecke lassen neue Hoffnung keimen. Unterstützt. Gestärkt wird diese zudem durch den Bericht Prego «Das Herz der Alpen im Zentrum Europas» der Kantonsregierungen Uri, Wallis, Tessin und Graubünden an den Bundesrat.

Weitere spannende Projekte mit Potenzial sind am Entstehen: So wird aus der einst geheimen Gotthardfestung im Sommer 2008 der moderne Themenpark Sasso San Gottardo. Und auch im Goms sind jetzt erste Ansätze in Richtung eines Resorts spürbar. Die zukünftigen Möglichkeiten in der Gotthard-Region als Symbol der Schweiz gibt uns Bewohnern des Gotthardgebietes zu neuer Hoffnung Anlass.

MGB: Rosige Zukunft dank Sawiris?

Am 25. Juni 2007 wurde in Oberwald 25 Jahre Furka-Basistunnels gefeiert. Eine Erfolgsgeschickt mit weiterhin rosiger Aussicht.

In früheren Jahrzehnten hatte der Basistunnel vor allem wegen der Kostenüberschreitungen für negative Schlagzeilen gesorgt. Ein Viertel Jahrhundert später wurden nun an der Feier in Oberwald die positiven Aspekte gewürdigt.
Eine Wertschöpfungsstudie des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus der Universität Bern im Auftrag der Matterhorn-Gotthard-Bahn kommt zum Schluss, dass der Tunnel die Abwanderung aus dem Goms gestoppt und dem Glacier-Express zum Erfolg verholfen hat.

Wachstumsschub dank Tourismusprojekt?
Auch die Zukunftsperspektiven seien gut. Die einzige durchgehende Ost-West-Verbindung durch die Alpen stehe vor einem neuen Wachstumsschub. Dabei setzt man auch auf das Tourismusprojekt von Samih Sawiris in Andermatt.

19.06.2007

Sawirisprojekt beschäftigt Studenten

Die Studenten der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik in Muttenz verfolgen interessiert die Pläne von Samih Sawiris in Andermatt. Vergangene Woche haben sie im Urserntal 20 Projektarbeiten zum Tourismusprojekt erarbeitet. Zu den Themen gehörten unter anderem Verkehrswege und Hochwasserschutz. Die Fachhochschüler präsentierten ihre Ergebnisse auch dem Gemeinderat und Vertretern der Baudirektion.

15.06.2007

Tourismushoch dank Sawiris?

Der Urner Tourismusmarkt ist im Aufwind. In den ersten vier Monaten dieses Jahres verzeichneten die Hotelbetriebe 7266 Logiernächte mehr als im gleichen Zeitraum 2006. Total übernachteten 69 360 Gäste im Urnerland. Allein im Urserntal waren es heuer 33 759 Übernachtungen, 6117 mehr als im Vorjahr. Wie Andreas Banholzer von Tourist Info Uri gegenüber der Neuen Urner Zeitung verlauten liess, hält es für möglich, dass das Sawiris-Projekt zu den guten Zahlen beiträgt. Im Urserntal erarbeitet Tourismusfachmann Philippe Sproll derzeit ein Marketing- und Verkaufskonzept für die Region Gotthard. Die touristischen Angebote sollen künftig zentral vermarktet werden.

Wo stehen die Verhandlungen mit den Bauern?

Sawiris hat die Architekten ausgewählt, die Planung für das Ferienresort läuft. Wo aber stehen die Landverhandlungen mit den Bauern? «Bei den Landerwerbsverhandlungen herrscht seit längerer Zeit Flaute», kritisiert der Andermatter Landwirt Sebastian Regli gegenüber der Neuen Urner Zeitung. Und Berufskollege Beda Renner doppelt nach: «Bei uns ist seit einem Jahr nichts mehr gelaufen.» Verträge in Sicht? Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann zeigt Verständnis für die Bauern, erklärt aber im gleichen Atemzug: «Ich habe immer betont, dass erst dann Verträge unterzeichnet werden, wenn wir die Landbedarfsforderungen sämtlicher Bauern erfüllen können.» In den nächsten Wochen soll es so weit sein: «Jetzt können die Eigentumsflächen, welche die Bauern verlieren, vollumfänglich kompensiert werden. Auch die Zuteilung der Landparzellen ist so weit vorbereitet, dass die Verträge in den nächsten Wochen unterzeichnet werden können.»

12.06.2007

Andermatt-Resort zieht weiter Kreise

Jetzt berichtet auch die international renommierte Presse verstärkt über das geplante Resort. Ein umfassender Hintergrundbericht erschien am 10. Juni 2007 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das überrascht eigentlich nicht, studierte Sawiris doch in Deutschland. Weiter zum FAZ-Bericht

30.05.2007

Sawiris liebäugelt mit Allgäu

Während in Andermatt die Arbeiten am geplanten Ferienresort auf Hochtouren laufen, ist nur 160 Kilometer nördlich ein neuer Standort im Gespräch. Der ägyptische Investor Samih Sawiris schielt ins Allgäu. Link zum Artikel auf zisch.ch

Weiss auf Grün

Gestern, 29. Mai 2007, wurde Samih Sawiris gesichtet in Andermatt. Im Schlepptau hatte er einige Dutzend Architekten. Und er kriegte eine kleine Kostprobe, was er künftig vielleicht noch öfters Ende Mai oder gar Anfang Juni auf seinem künftigen Golfplatz antreffen könnte: Schnee. Let's golf!

25.05.2007

Olympia in Andermatt?

Sollen in Andermatt 2018 die Olympischen Winterspiele über die Bühne gehen mit Hilfe von russischen Oligarchen? Der Gemeindepräsident von Andermatt weiss nichts davon und glaubt an einen PR-Gag. Die Winterolympiade in Andermatt soll nach dem Motto «eine Hand wäscht die andere» ermöglicht werden. Zumindest wenn es nach Raoul Stöhlker von der PR-Agentur Klaus J. Stöhlker in Zollikon geht. «Wenn die Schweiz am 4. Juli bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 die Kandidatur des russischen Sotschi unterstützt, werden Oligarchen, die Putin nahestehen, die Kandidatur von Andermatt für 2018 unterstützen», erklärt Stöhlker. Er glaubt, dass Andermatt dank Samih Sawiris’ geplantem Ferienresort zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Wintersport-Standort werde. Experten bezweifeln das Olympia-Vorhaben. «Ich frage mich, ob die Voraussetzungen für Winterspiele wirklich gegeben sind», so Franz Egle, Berater von Samih Sawiris. Noch deutlicher wird Edwin Rudolf, Ex-Verantwortlicher für Olympia-Marketing: «In der Schweiz sind fast keine Olympischen Spiele möglich.» Probleme sieht Rudolf durch die geringe Grösse der Schweiz, der damit verbundenen Infrastruktur und vor allem im grossen finanziellen Aufwand für die Sicherheit. Karl Poletti, Gemeindepräsident von Andermatt, hörte gestern erstmals von einer möglichen Olympiakandidatur seines Dorfes. «Dazu gibt es hier gar keine Möglichkeit, das ist ein PR-Gag für Sotschi.» (Quelle: 20 Minuten)

23.05.2007

Sawiris gründet Firma in Altdorf

Für die Umsetzung des Tourismusresorts in Andermatt gründet Investor Samih Sawiris eine Firma in Altdorf. Die Suche nach Personal und Büroräumlichkeiten ist bereits in vollem Gang. Bericht aus dem Urner Wochenblatt

21.05.2007

Lokaler Strom für Resort?

Findige Realper haben Pläne für die Stromversorgung des geplanten Resorts in Andermatt. Sie wollen einen kleinen See stauen und Strom produzieren. Das Windkraftwerk auf dem Nätschen bei Andermatt ist zum Markenzeichen des Elektrizitätswerks Ursern (EWU) geworden. Das EWU gehört der Korporation Ursern. Zurzeit prüft es, bei Realp ein neues Wasserkraftwerk zu erstellen. Die Idee lanciert hat die Interessengemeinschaft Witenwasseren, eine Gruppe von Realperinnen und Realpern. Mit dabei ist der 72-jährige Erich Nager, pensionierter Festungswächter und Landwirt. Er trägt seit 30 Jahren diese Idee mit sich herum und an die Verantwortlichen der Korporation heran. Gehör hat er bei den Oberen nie wirklich gefunden. Aber bei den Stimmberechtigten der Korporation. 170'000 Franken haben sie vor einem Jahr bewilligt, um die Idee genauer studieren zu lassen. Das Wasserkraftprojekt von Erich Nager und der IG Witenwasseren ist älter als jenes von Samih Sawiris. Aber sie passen gut zusammen: Wenn Sawiris in Andermatt sein Resort baut, dann wird im Urserntal massiv mehr Strom gebraucht. Und: Sawiris hat wiederholt betont, ökologische Grundsätze hochhalten zu wollen. Das könnte dem Energieprojekt den entscheidenden Schub verleihen. Das Wasser im Tal behalten? «Wir sind dabei, verschiedene Varianten zu prüfen», sagt Markus Russi, Betriebsleiter des EWU. Am 1. Juni will man mit der Urner Kantonsregierung zusammensitzen. Das EWU erwägt nicht nur, was die IG Witenwasseren vorschlägt. Sie hat auch eine Variante bereit, bei der ein Teil des Wassers über einen Stollen auf die Göscheneralp abgeleitet würde. Bereits heute wird Wasser aus dem weiten Hochtal «abgezweigt» und in den Stausee im Nachbartal geführt. Dort aber hat nicht das EWU das Sagen und den Gewinn, sondern die Axpo, respektive die Centralschweizerischen Kraftwerke CKW. Deshalb hört man im Urserntal oft, dieses Wasser werde verschenkt. Die IG Witenwasseren aber kämpft für die Nutzung der Witenwasseren- und der Muttenreuss und will die wertvolle Ressource nicht aus der Hand gegeben. «Die Korporation hat das Angebot der CKW auf dem Tisch, und wenn es sich zeigt, dass es wirtschaftlich besser ist, kann das EWU nicht dagegenhalten», sagt Herbert Danioth, Verwaltungsratspräsident des EWU. Das letzte Wort werden die Korporationsbürgerinnen und -bürger haben. Die Gruppe aus Realp hat die eigenen Pläne durchgerechnet und favorisiert das Projekt «Mutten-Sunnsbiel». Es sieht vor, auf gut 2000 Meter über Meer ein kleines Staubecken zu bauen, das Wasser aus der Witenwasseren- und der Muttenreuss sammelt. Von dort flösse das kostbare Gut in einem Stollen hinunter nach Realp. Auf gut 1500 m.ü.M würde es eine Turbine antreiben und jährlich 40 Millionen kWh Strom produzieren. Damit könnte das EWU, das heute total 20 Millionen kWh erzeugt, die Produktion verdreifachen. Die Initianten schätzen die Investitionskosten auf rund 40 Millionen. Im besten Fall könnte ein Gewinn von fast 1,5 Millionen Franken pro Jahr erwirtschaftet werden. Auch bei konservativen Annahmen würde das EWU, respektive die Korporation Ursern mit dem neuen Werk Geld verdienen. Nur im allerschlimmsten Fall könnte ein Defizit resultieren. «Irgendwo im Verwaltungsrat klemmt es», sagt Erich Nager. Er und sein geistiger Weggefährte Max Simmen, pensionierter Kaufmann und ehemaliger Talammann, haben schon manche Enttäuschung erlebt. «Wenn wir die Jungen in unserer Gruppe nicht hätten, würde man uns auch jetzt einfach wegputzen», sagt Nager. In naher Zukunft entscheiden EWU und Korporation nicht nur, wie sie das Wasser im Tal besser nutzen wollen. Auch die Produktion von Windenergie soll gesteigert werden. Auf dem Nätschen hat es Platz für weitere vier Anlagen. Das haben Windmessungen und vertiefte Abklärungen gezeigt. Zudem scheint Windenergie sehr gefragt. Markus Russi rechnet mit Kosten von 1,3 Millionen Franken pro Windturbine. Es sei problemlos möglich, das Wasser- und das Windprojekt parallel voranzutreiben und die Kredite zusammen den Stimmberechtigten vorzulegen, sagt Verwaltungsratspräsident Herbert Danioth. 2008 werde man so weit sein. Die IG Witenwasseren wird den nötigen Druck aufrechterhalten. Sie hofft, dass das Wasser von Witenwasseren- und Muttenreuss möglichst bald einen kleinen Umweg über eine Turbine fliessen und kostbare Energie erzeugen darf.

Hintergrund: Gutes Geld und böses Geld

Russische oder arabische Investoren verursachen hierzulande Bauchweh, wenn sie Schweizer Firmen aufkaufen. Investiert ein potenter Christ wie Sawiris viel Geld, scheinen die Bedenken geringer zu sein. Die Schweiz hält sich zwar für ein globalisiertes Land, muss sich aber nationale Abwehrreflexe eingestehen. Ein Hintergrundbericht zu gutem und bösem Geld aus der Berner Zeitung. zum Beitrag....

33 Architekturteams für Samih Sawiris

33 Architekturteams aus dem In- und Ausland sind eingeladen, Studienaufträge einzureichen. Hier die komplette Liste... Architekturteams

09.05.2007

Ach diese Behörden...

Egal ob in Aegypten, Jordanien oder Marokko: In der Regel sind Verhandlungen mit den Behörde für Samih Sawiris eine kurze Angelegenheit. Nicht so in der Schweiz. Da können Behördengänge schon mal etwas längerwierig sein. Grund genug für Sawiris, anlässlich des Swiss Economic Forums (SEF) über dieses «Ärgernis» zu referieren. Daraufhin übergaben ihm die SEF-CEO Peter Stähli und Stefan Linder ein gehörntes Murmeltier und wünschten ihm genügend Widerstandkraft im Kampf gegen die Behördenmühlen. Also aufgepasst – liebe Urner Behördenvertreterinnen und -vertreter – der nächste Pfiff könnte mehr sein, als der Warnruf einer Munggä!

08.05.2007

Sawiris: "Wie St. Moritz vor 20, 30 Jahren"

Weltklasse soll das Ferienresort in Andermatt in zehn Jahren sein. Und: Mindestens 500 Mio. Dollar wird die Anlange kosten. Das und mehr geht aus einem Interview hervor, dass die NZZ mit Sawiris führte. Interview, Quelle: NZZ online, 6.5.2007: NZZ am Sonntag: Herr Sawiris, welche Investor-Logik steckt hinter Ihrem Engagement in Andermatt? Samih Sawiris: Andermatt liegt geografisch optimal zwischen Zürich und Mailand, die ja auch beide über einen Flughafen verfügen. Das Dorf ist intakt, es liegt in einer phantastischen Umgebung mit einer schönen und rauen Natur. Viele Menschen suchen heute Destinationen dieser Art. Gibt es in der Schweiz nicht schon genügend Luxus-Destinationen? Ich glaube nicht, dass dieser Markt gesättigt ist. Es fehlt im Gegenteil an genügend Destinationen. Werden Orte wie Zermatt oder St. Moritz ständig erweitert, leidet das Ortsbild und damit die Qualität. Für Schweiz Tourismus ist es aus diesem Grund wichtig, gezielt neue Destinationen zu kreieren. Wie muss man sich Andermatt in zehn Jahren vorstellen? Exklusivität in alpiner Umgebung - vielleicht so wie St. Moritz vor 20, 30 Jahren. Ihr Tourismus-Resort dürfte rasch weitere Investoren anziehen. Ist dies Teil ihres Businessplans? Im Gegenteil: Zu viel Überbauung verschandelt einen Ort. Das wird in Andermatt aber nicht passieren, weil das Platzangebot dort aufgrund der natürlichen Gegebenheiten stark begrenzt ist und wir fast alles Land, das zu kaufen war, erworben haben. Woher werden die Kunden der von Ihnen geplanten Villen kommen? Viele werden aus der Schweiz kommen. Bei den Ausländern werden die Italiener einen wesentlichen Teil ausmachen, gefolgt von Engländern und Deutschen, für die die Schweiz aus Tradition ein attraktives Ferienland ist. Visieren Sie auch die zunehmend reicher werdenden Asiaten an? Da sind wir sehr zurückhaltend. Einzelne Personen sind durchaus in der Lage, sich an einem andern Ort den Erwartungen gemäss zu integrieren. Kommen aber ganze Scharen, so ändert das den Charakter des Ortes. Konnten Sie bereits Villen in Andermatt verkaufen? Zu welchem Preis? Verkauft haben wir noch nichts, aber mein Telefon klingelt permanent. Über Preise zu reden, ist im Moment noch zu früh. Beim Verkauf werden wir nach bewährter Manier vorgehen, das heisst, wir werden die Verkaufspreise sukzessive erhöhen. So müssen wir auch nicht befürchten, den Markt für andere vorzubereiten. Wie wollen Sie verhindern, dass aus Andermatt im Sommer, nach der Skisaison, eine «Geisterstadt» aus leerstehenden Villen wird, wie dies an vielen Orten am Mittelmeer in der Winterzeit der Fall ist? Der Sommertourismus wird sich sehr gut entwickeln, unter anderem übrigens dank dem nahen See. Der 18-Loch-Golfplatz und ein Sport- und Wellnessangebot werden darauf ausgerichtet. Wir sind überhaupt nicht nur auf Schnee angewiesen. Und wie verhindern Sie leerstehende Betten von Hausbesitzern, welche nur wenige Wochen in Andermatt verbringen? Indem wir solche Objekte nur sehr limitiert verkaufen werden. Von den meisten Villenbesitzern werden wir das Recht zur Vermietung einholen. Ihr Projekt sieht Tausende von Betten vor. Wie wollen Sie den Spagat zwischen einer Kundschaft, die Exklusivität sucht, und dem drohenden Gefühl von Massentourismus schaffen? Andermatt wird eine exklusive Destination in den Alpen werden und auch nach kompletter Fertigstellung des Resorts weniger Betten aufweisen als Sedrun, Disentis oder Engelberg. Andermatt wird Weltklasse, weil dank der räumlichen Begrenzung durch die Berge kein Ausbau möglich ist. Wird man in Andermatt auch Schullager antreffen, oder bleibt der Ort einem Zirkel von Reichen vorbehalten? Sie werden nicht nur Schüler, sondern auch Rentner und viele ganz normale Touristen antreffen. Selbst wenn wir die Mischung künstlich kreieren müssten, werden wir dafür sorgen, dass sich keine Altersgruppe unwohl fühlt. Andermatt ist Ihr erstes Investment ausserhalb der arabischen Welt. Werden bald weitere folgen? In absehbarer Zeit ist nichts geplant. Mein Engagement in der Schweiz ist ja eher aus Zufall entstanden - wie übrigens all meine Projekte. Sie sehen einen Ort und entscheiden, da investiere ich? Genau so. Als der König von Jordanien unser Feriendorf Al-Gouna besuchte, lud er mich anschliessend zu sich ein und überliess mir ein Flugzeug, damit ich das Land anschauen konnte. Sofort wurde mir das touristische Potenzial Jordaniens klar. Was ist Ihr Antrieb; wollen Sie etwas gestalten oder einfach Geld verdienen? Beides. Aufgrund meiner Erfahrung erkenne ich schnell das Potenzial eines Stückes Land, das günstig zu haben ist. Daraus will ich dann Wert entwickeln und schöpfen. Sie haben in Andermatt also ein Schnäppchen gemacht? Wir kaufen immer Land, das tief bewertet ist, auf dem also noch nichts oder sehr wenig steht. Unsere Philosophie ist ganz einfach: Wir kreieren und realisieren zuerst auf einem Teil des erworbenen Landes Wert, damit der Rest des Landes, der uns auch gehört, später noch mehr Wert erhält. Und so gleichen wir die Ausgaben, die am Anfang schmerzen, wieder aus. Wie hoch wird Ihr Investment in Andermatt ausfallen? Die Erfahrung zeigt, dass sicher 500 Mio. $ nötig sind, um ein solches Resort zu realisieren. Ob es mehr braucht, wird sich in den nächsten zwölf Monaten zeigen. Sie haben soeben 15 Millionen Quadratmeter Land im Süden Marokkos, an der Grenze zur Sahara, gekauft. Was wollen Sie dort realisieren? Tourismus-Destinationen in Europa leiden unter starken saisonalen Schwankungen. Trotz vierzig Jahren Tourismus läuft beispielsweise auf den griechischen Inseln im Winter nichts, die Bewohner warten in Athen oder Saloniki auf den nächsten Sommer. In Marokko hingegen ist es, ähnlich wie auf den Kanarischen Inseln, das ganze Jahr über warm. Ihre Firma gehört zur Orascom-Gruppe, zu welcher auch Firmen Ihrer Brüder gehören. Werden Sie in Andermatt diese Synergien nutzen? Nein, wir sind unabhängig voneinander und arbeiten nicht miteinander. Jeder hat seine eigene Unternehmung. Selbst meinem jüngeren Bruder, der eine Zement- und Baufirma besitzt, habe ich noch nie einen Auftrag erteilt. Vielleicht ist gerade das ein Grund unseres Erfolgs. Interview: Daniel Puntas Bernet

07.05.2007

Swiss Economic Forum: Werbung für Andermatt

Gebaut wird zwar noch nicht. Wie gross die Taten des Urschner Pharaos in Spe dereinst sein werden, steht heute noch in den Sternen. Dass er Charmant und wortgewandt ist, davon konnten wir uns bereits mehrfach überzeugen. Das hat Sawiris auch am Swiss Economic Forum vom vergangenen Wochenende in Interlaken bewiesen. Und: Er macht immerhin wertvolle Gratiswerbung für unser Tal. Herzlich und bescheiden - mit einem spitzbübischen Lächeln - erzählte er aus dem Leben eines Multimilliardärs, der sein Geld in Andermatt investieren möchte. Eloquent lobte er Schweizer Tugenden wie Pünktlichkeit und Präzision - und wenn der exotische Charmeur die Langsamkeit der Schweizer Behörden erwähnte, duckte er verlegen seinen Kopf. Zum Schluss verriet Sawiris sogar das Rezept seiner einzigartigen Gelassenheit: "Ich arbeite täglich nur von 10 bis 15 Uhr." Da bleibt uns Andermattnern zu hoffen, dass wir Sawiris Erfolgsrezept - besonders aber sein Arbeitszeitmodell - bald in allen Belangen übernehmen können.

04.05.2007

Tourismusprojekt in neuer Phase

Die Ferienanlage in Andermatt geht in die nächste Planungsphase. Der Urner Regierungsrat hat die Leitplanken für die Quartiergestaltungspläne festgelegt und die kantonale Projektorganisation bestimmt. Die Hotelgruppe Orascom des ägyptischen Investors Samih Sawiris will am 11. Mai bekannt geben, wer diese Pläne erarbeitet. Der Urner Regierungsrat hat unterdessen festgelegt, welche Anforderungen die Quartiergestaltungspläne erfüllen müssen. Öffentliche Interessen wahren Damit will der Kanton die öffentlichen Interessen bei diesem Grossprojekt wahren, wie die Urner Standeskanzlei am Dienstag mitteilte. Zu diesen gehören der Natur- und Landschaftsschutz, der Schutz vor Naturgefahren, die Anliegen der Landwirtschaft, städtebauliche Qualitäten und der öffentliche Verkehr. Die vom Regierungsrat festgelegten Grundsätze sollen es dem Kanton und den Gemeinden ermöglichen, frühzeitig ihre Interessen in die Planung einzubringen. Gleichzeitig soll das Verfahren erleichtert und beschleunigt werden. Auf kantonaler Ebene wird die nächste Planungsphase von einer Projektorganisation begleitet. Diese ist für die Gesamtkoordination zuständig, steht dem Investor als Anlaufstelle zur Verfügung und ist fachlicher Beistand für die kommunalen Behörden.

01.05.2007

Sawiris am Swiss Economic Forum

Samih Sawiris hält am 9. Swiss Economic Forum vom 3. und 4. Mai in Interlaken ein Referat. Das Konferenzthema des Forums lautet: Shake up the Status Quo». Fünfzig Referentinnen und Referenten äussern sich über das Auf- und Wachrütteln von festen Gefügen in Wirtschaft und Politik – damit die Schweiz nicht an Agilität verliere. Swiss Economic Forum

Tschüss Werni und Josy

Einen eigenen Betrieb im schönen Urserental zu haben, war für Werni Frank ein Bubentraum. Vor gut 24 Jahren konnte er sich diesen Traum erfüllen. Am kommenden Montag, 30. April, ist ausgeträumt. Die Familie zieht mit Hab und Gut – mit allen Tieren und Maschinen – nach Bourrignon im Kanton Jura. Ein Abschied vor dem Sawiris-Projekt ohne Worte, verbunden mit vielen Tränen.

«Immer wieder haben wir Pläne geschmiedet und in die Zukunft geschaut, immer mit dem Ziel, unserem Sohn einmal eine sichere Existenz übergeben zu können», erklärt Josy Frank. Doch die Aussichten auf eine sichere Existenz sind durch die Pläne des Ferienressorts verblasst. «Ach, während Stunden haben wir diskutiert, überlegt, nach Lösungen gesucht», sinniert Werni Frank. «Der Druck auf alle Bauern im Urserental war einfach enorm. Nach der Verwirklichung des Ressorts fehlt im Tal die Futtergrundlage für zirka 100 Grossvieheinheiten.» Nach jeder Zusammenkunft der Bauern war der feinfühlige Familienvater wieder völlig niedergeschlagen. «Das Problem wurde von einem zum andern geschoben. Jeder glaubte, der andere könnte seinen Betrieb leichter aufgeben. Ich war moralisch auf dem Tiefpunkt, als meine Frau die erlösende Frage stellte: ‘Und warum gehen nicht wir?’.»

Quelle: Urner Wochenblatt

30.04.2007

Zweites Ja zu Andermatter Tourismusprojekt

Das ägyptische Tourismusprojekt in Andermatt kann weiter geplant werden. Hospental hat als zweite betroffene Gemeinde dem geänderten Zonenplan zugestimmt, und zwar mit 101 zu 13 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 66 Prozent. Mit dem Entscheid Hospentals kann Orascom weiter planen. Sawiris Berater Franz Egle sicherte zu, dass der Investor dabei im Kontakt mit den Umweltorganisationen und der Bevölkerung bleiben werde. Die nächsten Meilensteine Bis Ende Jahr werden die Quartiergestaltungspläne erarbeitet. Am 11. Mai werden die Namen der daran beteiligten Architekten bekannt gegeben. Mitte 2008 werden die Bauprojekte entwickelt.

02.04.2007

Urschner bereitet Euch vor!

Nun, da das Projekt in Andermatt immer konkreter wird, sollten wir Urschner uns vorbereiten auf "unseren" Prinzen aus 1001 Nacht und die ägyptische Mentalität. Die Buchempfehlung dazu: Der Jakubijân-Bau von Alaa al-Aswami. Der Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig - und eigentlich nie in dieser Direktheit - gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muss, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt. Das Buch hat für Aufregung gesorgt. Es ist in Ägypten, Frankreich und Italien zum Bestseller geworden. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schrieb: "Das Buch ist eine Sensation, ein so mutiger, zupackender Roman, dass den Lesern der Atem stockt. Alles ist drin: das vornehme und das dreckig Kairo, Religion, Politik, Sex, Terror, die Liebe." Buch bestellen

Kommentar: Abstimmungserfolg mit Wermutstropfen

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Andermatt haben den Zonenplan wie erwarte angenommen. Der Ja-Stimmenanteil war mit 96 Prozent klar. Aber: Nur 42 Prozent der Stimmberechtigten nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Mager, bedenkt man die Tragweite dieses Entscheides. Überspitzt formuliert hat eine Minderheit über die Zukunft des Urserntals entschieden. Die Frage bleibt, ob eine geheime Abstimmung nicht zu einem etwas anderen Ergebnis geführt hätte. Aber was soll man um den heissen Brei parlieren. An einer Gemeindeversammlung 2005 wurde beschlossen, dass Abstimmungen über Zonenplanänderungen offen stattfinden sollen. Punkt. Pikantes Detail: Dieser Entscheid fiel just einen Monat bevor das Vorhaben mit dem Andermatt-Resort publik wurde. Angenommen worden wäre die Vorlage sicherlich auch in einer geheimen Abstimmung. Aber immerhin hätten dann auch all jene ihre Meinung äussern können, die am 30. März verhindert waren: ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Bürgerinnen und Bürger, die auswärts arbeiten und es nicht schafften, rechtzeitig vor Ort zu sein. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gastgewerbe, die an einem Freitagabend der Arbeit nicht fernbleiben konnten. Familien mit Kleinkindern, die nicht einfach alleine zu Hause gelassen werden konnten. Und last but not least alle jene, die sich bei einem Schwimmen gegen den Strom vor Repressionen fürchtete. Der letzte Punkt tönt zwar wie ein schlechter Witz – insbesondere in der ältesten Demokratie der Welt, nämlich der Schweiz. Dennoch gibt es sie in Andermatt, die Menschen mit solchen Ängsten. Menschen, die – leider – bei früheren Abstimmungen ebensolche Erfahrungen gemacht haben. Zu denken gibt auch das Votum eines der betroffenen Bauern. So scheinen die Landverhandlungen ins Stocken geraten zu sein. Funkstille in den letzten zwei Monaten. Nun sind die Landverhandlungen natürlich nicht Sache der Gemeinde, sondern des Investors. Dennoch: Wäre es gegenüber den Bauern nicht fairer gewesen, die Abstimmung über den Zonenplan so lange hinauszuzögern, bis die Landangelegenheiten bereinigt sind? Zweifellos sitzt der Investor jetzt in diesen Verhandlungen am längeren Hebel. Zufall oder knallhartes Geschäftskalkül? So wünschenswert das Resort-Projekt im wirtschaftlich gebeutelten Urserntal auch ist. Seien wir nicht allzu blauäugig. Sawiris liegt auf Platz 23 der Reichsten dieser Erde. Zu seinem Reichtum ist er gekommen, weil er ein knallharter Geschäftsmann ist. Es ist kaum anzunehmen, dass er gerade hier in Andermatt zum reinen Wohltäter wird. Er wird auch nicht alle Probleme Lösen. Im Gegenteil, das Projekt wird auch eine ganze Reihe von Herausforderungen bringen. Ein paar Stichworte: Verteuerung der gesamten Infrastruktur, veränderte Anforderungen ans Schulsystem durch den zu erwartenden höheren Anteil an fremdsprachigen Kindern, steigende – für Einheimische vielleicht unerschwingliche – Immobilienpreise, Wasserversorgung, und… und… Beruhigend ist allerdings, dass für die kommenden Phasen einige Sicherheitsventile eingebaut wurden. Der Kanton scheint diesbezüglich gute Arbeit geleistet zu haben. Bleiben wir also optimistisch, dass es in diesem Projekt zwei Gewinner geben wird: Das Userntal und Samih Sawiris.

Geld, Geld, Geld

Das US-Magazin Forbes hat kürzlich eine Liste der reichsten Menschen veröffentlicht. Zu den den Newcomern unter den Reichsten der Reichen gehören auch zwei der Sawiris-Brüder: Samih und Nasef. Nasef befindet sich auf Platz zehn mit einem Vermögen 3.9 Milliarden US-Dollar. Samih figuriert auf Platz 24 mit 1.5 Milliarden.

31.03.2007

Klares Ja zum Zonenplan

Die Stimmberechtigten von Andermatt unterstützen die vom ägyptischen Investor Samih Sawiris geplante Ferienanlage. Die Gemeindeversammlung hat am Freitag den dafür benötigten Zonenplan mit einem Ja-Anteil von 96 Prozent gutgeheissen.
Allerdings nahmen lediglich 42 Prozent der Stimmberechtigten an der Abstimmung Teil. Die Frage stellt sich natürlich, warum über die Hälfte der Stimmberechtigten fern blieben. Dies könnte ein Zeichen sein. Vor Ort waren nur wenige kritische Stimmen zu hören.

30.03.2007

Second Life Andermatt


Es geht vorwärts mit dem Resort – nicht nur real, sonder auch virutell.

29.03.2007

Der Entscheid naht...

Die Gemeindeversammlung von Andermatt entscheidet am Freitag über den «Teilzonenplan Tourismusresort». Auch Gegner rechnen mit einem Ja der Gemeindeversammlung. Opposition gegen das Projekt machte sich bisher kaum bemerkbar, berichtete die NZZ. Dr. Andreas von Schulthess, vehementer Gegner des Sawiris-Projekts, sieht dies anders. Eine Gegnerschaft gebe es schon. Doch er habe festgestellt, dass sich viele seiner Patienten aus Furcht vor Repressalien nur hinter vorgehaltener Hand zu äussern wagten. Die Frage nach Sinn und Unsinn einer offenen Abstimmung stellt sich einmal mehr. Von Schulthess hat resigniert, so scheint es. Gegenüber der NZZ sagte er, dass er der Abstimmung fernbleiben werde und mit einer haushohen Annahme rechne. Hoteliers Pro-Resort Anders sieht es Alex Renner vom Hotel «Drei Könige und Post». Er ist überzeugt, dass die Vorlage angenommen wird. Der Präsident der lokalen Hoteliers hat das Projekt von allem Anfang an unterstützt und fühlt sich aufgrund einer Konsultativbefragung unter den Hoteliers in seiner Haltung bestärkt. Auch Dorfmetzger Ferdi Muheim ist überzeug: «Die Bevölkerung steht voll dahinter». Alles paletti? Der 30. März wirds zeigen. Was aber, wenn Andermatt annimmt, Hospental jedoch ablehnt?

Orascom lanciert Präqualifikationsverfahren für Architekten

Noch ist die Abstimmung über die «Teilzonenplan Tourismusresort und Ergänzung Bau- und Zonenordnung» noch nicht über die Bühne gegangen. Offensichtlich ist sich Samih Sawiris seiner Sache aber ziemlich sicher. Das Präqualifikationsverfahren für Architekten ist bereits in der Pipeline. Die wichtigsten Punkte dieses Verfahren: Phase I (Mai bis Dezember 2007): Die ausgewählten Architektenteams entwickeln für die sechs Teilgebiete des 145 Hektaren grossen Fereinresorts je einen Quartiergestaltungsplan Vor Weihnachten 2007 sollen die Arbeiten der Architekturteamsabgeschlossen und die Quartiergestaltungspläne, ein integralerUmweltverträglichkeitsbericht sowie die erforderlichen Konzepte denzuständigen Behörden eingereicht werden. Mit den Bauvorarbeiten wirdvoraussichtlich 2008 begonnen. Ebenfalls 2008 werden dieverschiedenen Bauprojekte auf der Basis der Quartiergestaltungspläneerarbeitet und den Behörden zur Bewilligung eingereicht. Phase II (1. Halbjahr 2008): Die einzelnen Bauten werden im Detail erarbeitet. Parallel zu den Quartiergestaltungsplänen werden derUmweltverträglichkeitsbericht, ein Verkehrs-, Energie- sowie das Ver-und Entsorgungskonzept erarbeitet. Beginn derBauhauptarbeiten ist für 2009 geplant. Weitere Informationen (Quelle Presseportal.ch)

26.03.2007

Gerechtes Verfahren?

Die Frage, ob eine offene Abstimmung gerecht sei oder nicht, wurde in diesem Blog bereits kurz behandelt. Als Nachtrag hier noch ein paar Gedanken und Grundlagen zum Thema: Gemäss demokratischer Usanz ist bei Abstimmungen unter allen Umständen die freie Meinungsäusserung (Art. 16 Bundesverfassung, Art. 12 der Urner Kantonsverfassung) zu gewährleisten. Läuft damit die in Andermatt am 30. März an der Gemeindeversammlung bevorstehende Abstimmung über den «Teilzonenplan Tourismusresort und Ergänzung Bau- und Zonenordnung» Gefahr, dieses Bürgerrecht zu übergehen? Für diesen für die Einwohner so zukunftsweisenden Entscheid könnte es absolut angebracht sein, eine geheime Abstimmung durchzuführen - und zwar ohne, dass dies erst verlangt werden muss (gemäss Art. 16 lit. l der Gemeindeordnung kann das einfache Mehr der Stimmberechtigten eine geheime Abstimmung einfordern). Nun kann man natürlich sagen, dass jede und jeder zu seiner Meinung stehen kann. Klar. Nur: Wer denkt an all die Stimmberechtigten, die nicht an der Abstimmung teilnehmen können, weil sie anderweitige Pflichten haben, z.B. Kinder, die sie hüten müssen oder ihre Arbeit im Gastgewerbe, der sie am Freitagabend bei vollem Haus nicht einfach fernbleiben können? Aus demokratischer Sicht sollte also zumindest allen Stimmberechtigten die Möglichkeit gegeben werden brieflich ihre Stimme abgeben zu können.

Einigungen mit zwei Einsprechern.

Das Tourismusprojekt in Andermatt bleibt auf Kurs. Gemäss Karl Poletti, Gemeindepräsident von Andermatt, wurde mit zwei Einsprechern in Hospenthal eine Einigung erreicht. Die dritte und letzte noch hängige Einsprache, die Andermatt betrifft, sei auf gutem Weg, bestätigte Poletti einen Bericht der Urner Zeitung vom 23. März 2007.

20.03.2007

Russi und Nager im Baugremium

Die Planung für das Ferienresort in Andermatt UR wird konkret. Die Orascom-Hotelgruppe, die das Resort bauen will, hat ein Präqualifikationsverfahren gestartet, um die für das Vorhaben am besten geeigneten Architektenteams zu finden. In einem Gremium, das das Bauprogramm verabschieden wird, nehmen Gemeinderats-Vize Roger Nager sowie Bernhard Russi Einsitz. Zu dem Verfahren eingeladen werden Architekturbüros aus dem In- und Ausland, wie die vom Ägypter geführte Hotelgruppe mitteilte. Im Mai steht fest, wer die Quartiergestaltungspläne für die sechs Teilgebiete des Resorts entwickeln wird. Auf deren Basis werden 2008 die Baupläne gezeichnet. Die Quartiergestaltungspläne enthalten die Vorgaben bezüglich Gestaltung der Bauten und öffentlichen Räume und deren Nutzungen, Ebenfalls festgelegt werden die Gestaltung der Landschaft, die Verkehrsführung, die Ver- und Entsorgung im Resort sowie Energie-, Umwelt und Sicherheitsaspekte. Genehmigung durch Behörden Die Quartiergestaltungspläne müssen von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Erstellt werden sie auf der Grundlage des vom Bundesrat Anfang Jahr genehmigten Richtplans sowie der örtlichen Bau- und Zonenordnung. Über diese befinden die Stimmberechtigten der Gemeinden Andermatt und Hospental am 30. März und am 29. April. Achtköpfiges Gremium Ein achtköpfiges, von Samih Sawiris geleitetes Gremium wird nach Angaben der Orascom das Bauprogramm verabschieden. Einsitz nehmen werden ausserdem Regierungsrätin Heidi Z'graggen, der Andermatter Gemeinde-Vizepräsident Roger Nager, der ehemalige Skirennfahrer Bernhard Russi und alt Nationalrat Franz Steinegger. Zur Gruppe gehören weiter drei ausgewiesene Architektur-Fachleute. Zur Anlage gehören sechs Teilgebiete: ein Erstklasshotel mit 160 Zimmern, das Bahnhofareal als Verbindung zwischen Resort und Dorf, ein Sport- und Freizeitzentrum mit Hallenbad, Eis- und Multisporthalle, ein Resort mit Hotels, Apartments, Restaurants und Läden, eine Villenzone mit Chalets und ein 18-Loch-Golfplatz.

19.03.2007

Das geflügelte Wort

«Ich kann nicht mit Menschen arbeiten,
die unzufrieden sind. Das zieht mich runter.»
(Samih Sawiris)

Samihs Liebesleben

Resort hin oder her. Die Liebe ist es doch, die die Leserinnen und Leser interessiert... deshalb ein paar Zeilen aus «Sie + Er» im Sonntags-Blick:

«Als ich 28 Jahre alt war, dachte ich mir, jetzt hast du viele Freundinnen gehabt, jetzt ist es Zeit Kinder zu zeugen.» Da er ein koptischer Christ ist, suchte er sich in der gleichen Religionsgemeinschaft eine Frau, die auch im Ausland gelebt hat. Seine erste Frau schenkte ihm drei Kinder. «Nach zehn Jahren Ehe sagte ich mir: Du bist absolut nicht mehr zufrieden – ich liess mich scheiden.» Danach hat er in El Gouna seine grosse Liebe gefunden. «Sie ist halb Ecuadorianerin, halb Chilenin und besuchte hier eine Freundin. Es gefiel ihr so gut am Roten Meer, dass sie einen kleinen Laden aufmachte.» Seit elf Jahren sind sie verheiratet, die beiden Kinder sind sechs und fünf Jahre alt.

Wie wie hat er es hingekriegt, sich als Kopte scheiden zu lassen? Darüber will er laut SoBli nicht reden: «Best kept secret in town, das bestgehütete Geheimnis der Stadt, aber es hat geklappt …».

Abstimmung offen oder geheim?

Die Einwohner von Andermatt und Hospental werden über den Teilzonenplan und die Ergänzung der Bau- und Zonenordnung abstimmen können. In Andermatt ist dies am kommenden 30. März an der offenen Dorfgemeinde der Fall, in Hospental ist eine Urnenabstimmung am 29. April geplant.
Eine offene Abstimmung über den Teilzonenplan in Ehren. Jeder kann schliesslich zu seiner Meinung stehen. Aber verfälscht eine solche vielleicht doch das Bild. Könnte es sein, dass etliche Bewohner nicht ihrem Bauchgefühl folgen werden? Könnte bei einigen Stimmberechtigten doch ein wenig Angst im Spiel sein, auf der falschen Seite zu stehen? Ein Urnenabstimmung - wie in Hospental geplant - würde in jedem Fall ein repräsentativeres und in dem Sinn ehrlicheres Bild ergeben als eine offene Abstimmung wie in Andermatt vorgesehen.

14.03.2007

Unser Esel...

Am 16.02.2007 auf handelblatt.com... «Die drei Söhne von Patriarch Onsi Sawiris könnten unterschiedlicher nicht sein. „Nassef ist wie ein langsamer Panzer, Naguib ist ein Rennwagen, und ich komme auf meinem Esel daher“, hat Samih einmal gesagt. Entsprechend ihrem Temperament haben sie sich offenbar auch das Familienimperium aufgeteilt: Der älteste, Naguib, hat sich in das rasante Telekommunikationsgeschäft gestürzt, Nassef, der mittlere, hat das Baugeschäft des Vaters übernommen, und Samih, über den Onsi sagt, mit ihm könne er seinen Hobbys wie Fischen nachgehen, hat sich für Tourismus entschieden. »

05.03.2007

Das grösste und schönste Werk

Ziemlich ruhig um das Andermatt-Resort seit Samih Sawiris letztem Besuch vor ein paar Wochen. Deshalb wieder einmal etwas Hintergründiges. Die Stadtberner Zeitung "Der Bund" hat kürzlich in einer Beilage einen längeren Text veröffentlicht. Schweizerfahnen am Nil: 1907 wurde in Kairo nämlich das Grand Hotel Semiramis eröffnet. Errichtet hatte es der Obwaldner Unternehmer Franz Josef Bucher. Die Ironie der Geschichte: Heute geht Sawiris den umgekehrten Weg - er baut in Andermatt eine Traumwelt auf. Hier gehts zum Artikel im "Kleinen Bund"

12.02.2007

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Russe kauft halb Göschenen

Das riesige Tourismusprojekt des ägyptischen Grossinvestors und Milliardärs Samih Sawiris in Andermatt scheint bereits vor der Realisierung erste Spekulationswellen aufzuwerfen: Laut «SonntagsBlick» steigt der russische Investor Wladislaw Postoupalski gross in Göschenen ein: Zwei leerstehende Hotels, den Löwen und das De la Gare, hat er bereits gekauft, ein drittes – die alte Jugendherberge – hat Postoupalski an der Angel. Was er damit genau machen will, lässt der Russe offen.

08.02.2007

Schulen gefordert

Gemäss Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann könnten durch das Sawiris-Projekt 1600 Jobs geschaffen werden. Ein Segen für die ganze Region. Nachdem vom Richtplan über den Landerwerb bis zum Hochwasserschutz alles auf gutem Weg zu sein scheint, sollten wir uns langsam aber sicher Gedanken über die kommenden Herausforderungen ans Schulsystem machen. Es ist zu erwarten, dass ein Grossteil der neuen Arbeitsstellen im Gastgewerbe und in der Hotellerie entsteht. Das wird wahrscheinlich zahlreiche Familien ins Tal bringen. Viele davon mit schulpflichtigen Kindern. Hoher Ausländeranteil im Gastgewerbe Gemäss Bundesamt für Statistikbetrug der Ausländeranteil im Gastgewerbe knapp 50 Prozent. Wird das Projekt umgesetzt, kann davon ausgegangen werden, dass der Ausländeranteil auch an den Schulen im Tal massiv zunimmt. Die neuen Schülerinnen und Schüler werden nicht alle deutscher Muttersprache sein. Kulturelle Vielfalt und wachsende Anforderungen Der zu erwartende steigende Ausländeranteil bringt einerseits eine kulturelle Vielfalt, die uns hoffentlich bereichern wird. Andererseits sind die Schulen – und damit die Lehrer, der Schul und Gemeinderat, aber auch die Einheimischen mit schulpflichtigen Kindern gefordert. Wie werden die ausländischen – und insbesondere die fremdsprachigen Kinder – optimal in den Schulbetrieb integriert ohne dass die schulische Qualität darunter leidet? Welche Auswirkung hat die Zunahme der Schülerzahl auf die vorhandene Infrastruktur? Die Schuldebatte muss beginnen Das Schulthema scheint auf den ersten Blick noch fern zu sein. Aber: Läuft alles nach Plan, steht Sawiris im Frühjahr 2008 auf der Baustelle. Dann spätestens wird die Schuldebatte hochakut. Packen wirs frühzeitig an!

06.02.2007

Zum «Blick-Test»: Wie wärs mit einem Medientraining?

Dass die kurzlebigen, aktuellen Medien – insbesondere die Boulevard-Presse – dazu neigen, Aussagen aus dem Kontext reissen ist all jenen hinlänglich bekannt, die schon mit solchen Medien zu tun hatten. Mit dem Sawiris-Projekt kann davon ausgegangen werden, dass Andermatt verstärkt ins Zentrum des Medieninteresses rückt. Tipp von Gabtherad: Medientraining und Rhethorik-Kurs besuchen, lieber Gemeindeschreiber. Und nimm Gemeindepräsident Kari Poletti gleich mit. Der Gemeindeschreiber gegenüber dem Urner Wochenblatt: «Zum «Blick»-Test Der Gemeindeschreiber präzisiert Der Gemeindeschreiber von Andermatt, Martin Jörg, präzisiert, was ein «Blick»-Reporter geschrieben hat. Es geht um Pauschalbesteuerung. «Wie leicht kommt ein reicher Ausländer zu Steuerprivilegien?» Das wollte der «Blick» wissen. Und am 1. Februar wurde der Undercover-Report publiziert. Andermatt habe auf die Mail-Anfrage eines angeblich betuchten Deutschen am schnellsten reagiert. Gegenüber dem «Urner Wochenblatt» präzisiert Martin Jörg den Sachverhalt. Der sei nicht korrekt widergegeben worden. «Korrekt ist, dass wir schnell auf das Mail des angeblichen Herrn Kraushaar geantwortet haben. Es entspricht grundsätzlich unserer Philosophie, schnell, freundlich und kompetent Auskunft zu geben. Im Gespräch hat sich dieser Herr als zukünftiger Einwohner betrachtet, mit ständigem Wohnsitz in Andermatt.»Um konkrete Angaben zu erhalten, wurde Herr Kraushaar vom Gemeindeschreiber an das kantonale Amt für Steuern verwiesen. Von dort sei die Berechnung speditiv direkt dem Treuhandbüro zugestellt worden. «Mit Befremden habe ich dann gelesen, dass Andermatt sogar in Betracht ziehe, gegebenenfalls extra Land für einen kapitalträchtigen Interessenten auszuzonen. Dieses Element ist aus dem Gesamtkontext herausgerissen und nicht im meinem Sinn aufgenommen worden», erklärt Martin Jörg. «Aus dem Gespräch hat sich ergeben, dass der sogenannte Herr Kraushaar ständigen Wohnsitz plant und eine Landparzelle oder ein Appartement sucht. Ich habe ihn auf das Grossprojekt von Orascom mit den geplanten Appartements aufmerksam gemacht. Um das Grossprojekt verwirklichen zu können, sei ein Umzonungsverfahren notwendig, das sich zurzeit im Auflageverfahren befinde. Das habe ich Herrn Kraushaar erklärt.»Die Formulierung im «Blick» hat nun den Eindruck hinterlassen, als würde in Andermatt für jede beliebige Person, die finanzstark ist, eine Zonenänderung in Betracht gezogen. Martin Jörg: «Ich hatte dem Journalisten gegenüber das klar präzisiert. Leider ist diese präzisierte Aussage im Artikel nicht korrigiert worden. (Bericht Urner Wochenblatt, Erich Herger)»

01.02.2007

Das Allerletzte von ZgraggenSchagg...

...Spass muss ja auch sein «Im November sah ich in Andermatt von weitem Samih Sawiris, den ägyptischen Möchtegern-Retter von Andermatt. Ich rief dem Super-Sawiris ein fröhliches „Inschallah“ zu. Irgendwie erfuhr mein Pfarrer davon und warf mir vor, ich sei ein Provokateur. Und ich hätte meinen Kamin extra so renoviert, dass er nun aussehe wie ein Minarett. Er verknurrte mich zu 2006 Rosenkränzen. Das fand ich sehr viel und so starrte ich ihn eine ganze Messe lang mit meinem Polonium-110-Blick an. Gott ist gross - nun hat er Haarausfall.» Aus dem Blog von ZgraggenSchagg http://zgraggenschagg.blueblog.ch

Alles auf dem Karren?

Es scheint, als laufe alles wie am Schnürchen. Sogar die Bauern haben offensichltich eingelenkt. Einer hat sein Land bereits verkauft. Das Resort rückt einen Schritt näher... Eine kleine Presseschau nach dem gestrigen Infoabend: Zisch.ch NZZ onlline eBund